Bahnhöfe unter Denkmalschutz

Zugemauerte Fenster in Leutzsch

Zugemauerte Fenster in Leutzsch

„Folgende Bahnhöfe in den einst selbstständigen und zu verschiedenen Zeiten nach Leipzig eingemeindeten Orten stehen unter Denkmalschutz: Lausen, Miltitz*, Leutzsch*, Liebertwolkwitz, Schönefeld*, Plagwitz*, Großzschocher*, Stötteritz*, Connewitz*, Thekla*, Paunsdorf*, Wiederitzsch*, Mölkau, Holzhausen*. Dazu kommen der Bayerische, der Eilenburger** und Hauptbahnhof sowie der Postbahnhof in der Rohrteichstraße.“

Mit diesen Worten zitiert das Stadtmagazin BLITZ! im Dezember 2014 einen Mitarbeiter der Stadt Leipzig, der seinerseits im Auftrage des Amtes für Bauordnung und Denkmalpflege Auskunft gab. Anlass der Anfrage war eine Meldung der Leipziger Volkszeitung gewesen, derzufolge der unlängst verkaufte Tauchaer Bahnhof „plötzlich ein Denkmal“ sei. Bezogen auf Architektur und Entstehungszeit ähnelt der Bau etlichen Bahnhöfen auf Leipziger Stadtgebiet.

Die Antwort ging noch weiter: „Grundsätzlich sind nach Sächsischem Denkmalschutzgesetz Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen verpflichtet, diese zu erhalten und vor Verfall zu schützen, im vorliegenden Fall sind das die Deutsche Bahn oder private Eigentümer, sofern einzelne Bahnhöfe bereits verkauft wurden.“

Außerdem teilte der erwähnte Mitarbeiter mit: „Nicht alle Bahnhöfe sind verfallen. Der Bahnhof Mölkau wurde vor einiger Zeit privatisiert und befindet sich in einem guten Zustand. Gleiches gilt für den Hauptbahnhof und die sanierten Gebäude des Bayerischen Bahnhofes. Einige Bahnhöfe (Möckern***, Plagwitz, u.a.) wurden nach 1990 zumindest teilweise instandgesetzt und sind trotz weitgehend aufgegebener Nutzung im Bestand nicht gefährdet. Bei einigen Bahnhöfen erfolgt eine minimale Baupflege durch die Bahn.“

Stimmt, nicht alle Bahnhöfe sind verfallen (klingt wie: nicht alles war schlecht), aber zu viele verlassen. In Leutzsch z.B. wurden gerade erst die Fenster zugemauert, im Erdgeschoss des Nebengebäudes – aber vielleicht ist das ja der Beginn einer wundervollen Sanierung?

* siehe auch unsere Serie „Verlassene Bahnhöfe“ (Schlagwort: Bahnhof)
** wahrscheinlich die eingezäunten Reste im Lene-Voigt-Park vorn am Gerichtsweg und hinten an der Riebeckbrücke, welche der Stadt Leipzig gehören dürften

Nachtrag am 29.12.2014: Der Wahrener Bahnhof tauchte in der Liste der Schützlinge komischerweise nicht auf, dafür am vergangenen Wochenende zumindest namentlich auf etlichen Informations- und Unterhaltungsportalen. Warum? Weil Fernseh-Promi Melanie Müller (u.a. „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“) ihn gekauft haben soll und zur Pension umbauen will.

*** Nachtrag am 06.07.2015: Im Bahnhof Möckern kann man wieder wohnen! Das Gebäude in der Kirschbergstraße 57 heißt jetzt Alte Bahnstation Leipzig-Möckern und hält zwei Ferienwohnungen bereit, das Appartement One „in der ersten Etage ist die ehemalige Residenz des Bahnhofsvorstehers“, während Appartement Two in der zweiten Etage einst als Lager diente. Auf www.ferienwohnungen-leipzig.de lasen wir von Porzellanschaltern, Steingutfliesen, Holzböden und restaurierter Originalmalerei im Treppenaufgang und sahen schöne Innenaufnahmen!

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