Bei Bäcker Sperling

Lutz Sperling drückt Teig in Kuchenformen

Lutz Sperling drückt Teig in Kuchenformen

An einem sonnigen Vormittag besuchen wir eine Kleinzschochersche Backstube. Durch die großen Fenster fällt Licht auf Meister und Gesellen, auf Mehl und Eier, Arbeitsflächen und Öfen. Es sieht gemütlich und nostalgisch aus und viel geräumiger, als wir gedacht hatten. Die drei Weißgekleideten laufen ruhig hin und her, ihre Handgriffe wirken routiniert – das hatten wir erwartet.

Lutz Sperling entstammt einer alten Bäckerfamilie und diese ursprünglich aus Eilenburg. Nach den dortigen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg war sie nach Leipzig gekommen, der Vater führte später einen Laden in der Gorkistraße. Sohn Lutz bäckt seine Brötchen, Brot und Kuchen seit 1982 in der Creuzigerstraße, damals war hier ein anderer Meister in den Ruhestand gegangen.

Zu der Zeit befand sich die Kommunale Berufsschule II in unmittelbarer Nähe, standen in der großen Pause Schülerinnen und Schüler Schlange – zum Beispiel, um einen Pfannkuchen verspeisen zu können. Die Berufsschule wurde einige Jahre nach der Wende geschlossen und firmierte anschließend als Alte Handelsschule, an den Fenstern zur Gießerstraße steht seit einiger Zeit Leipzig School of Design. Immerhin, es gibt wieder Schüler!

Wir fragen Verkäuferin Hiltrud Elzner nach den Spezialitäten des Hauses und bekommen zunächst den Mandelkuchen, die Mürbchen und das Schwarzweißgebäck genannt, ehe sie uns auf Roggenschrotbrot, Roggenmischbrot und das Zwiebelbrot aus eigenem Sauerteig aufmerksam macht. Wir nehmen sowohl Süßes als auch Herzhaftes zum Verkosten mit nach Hause – es schmeckt alles sehr gut!

Um drei in der Nacht, wenn wir tief und fest schlafen, beginnt – jeweils von Dienstag bis Sonnabend – bei Sperlings die Arbeit, für den Meister sogar eine halbe Stunde eher. Dennoch haben weder er noch die Gesellen Tino und Tom kleine Augen, sie sind das frühe Aufstehen gewohnt und begeben sich am Nachmittag nochmal zur Ruhe.

Die jungen Männer machen im Zweifelsfalle durch, wenn sie abends weggehen. Sie kommen dann direkt zur Schicht. „Man schläft eben am Tag mehr“, sagt Tino und legt den Blätterteig behutsam zusammen, so wie wir die Bettwäsche oder gute Tischdecken. Tom beschäftigt sich derweil mit der Zubereitung von Doppelbrötchen, während der Meister Teig in große und kleine Kuchenformen drückt …

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen