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Alte Bilder aus Schönefeld und Stünz

Alte Bilder aus Schönefeld und Stünz

Wir haben tolles Material bekommen, weil wir tolle Leser haben. Einer heißt Bert, wohnte früher in Schönefeld und ging mit uns in eine Klasse, als wir Druckerlehrlinge waren. Er meldete sich kürzlich, weil er unsere gemeinsame Abschlusszeitung von 1988 vermisste. Wir scannten ihm die Seiten und Bert schickte uns im Gegenzug Historisches aus Schönefeld. Der andere tolle Leser nennt sich Jan, ist uns über seine qualifizierten Kommentare bekannt und mailte uns auf unser kürzlich bei Facebook veröffentlichtes Foto vom Stünzer Idyll wunderbare Bilddokumente aus seiner Kindheit dort draußen im dörflich anmutenden Stadtteil.

Zuerst Schönefeld, Bert schreibt: „Manchmal werden alte Fotos erst nach vielen Jahren so richtig interessant. So bei einem Foto, das die Schulanfänger der Klasse 1c der 21. POS am 1. September 1975 in Schönefeld zeigt. Sie kommen, angeführt von ihrer Klassenleiterin Frau Peter, gerade von der Schulanfangsfeier im Jugendklubhaus ‚Jörgen Schmidtchen‘ zurück. Eigentlich ist das ein typisches Erinnerungsbild. Doch kleine Details sind bemerkenswert. An der Hauswand ist noch eine Gaslaterne zu sehen, die damals aber oft schon elektrisch betrieben wurden.

Gut zu erkennen sind aber auch Spuren des Krieges, konkret Einschläge von Bombensplittern oder Schüssen. Der Krieg war ja gerade mal 30 Jahre her. Nach 1990 wurden solche Spuren dann meist beseitigt. Und auch der damalige Konsum ist längst verschwunden. Interessant auch ein Bild vom Spielplatz im Mariannenpark. Die dortige riesige Leiter war damals schon recht betagt und aus heutiger Sicht extrem hoch. Wir hoffen mal, dass da kein Kind herunterfiel. Weichen Aufprallschutz am Boden gab es damals nämlich nicht.“

Und jetzt Stünz, Jan erinnert sich: „Wir haben damals in der Rudolf-Renner-Straße* 39 gewohnt. Die ersten beiden Fotos schauen Richtung Osten, das dritte nach Norden, sie wurden vor dem Haus aufgenommen, circa 1971-72. Mein Cousin (mit dem verpixelten Gesicht) ist immer noch Stünzer. Meine Oma wohnte in der 33, dem ältesten Haus am Dorfplatz – so die Legende. Es hatte dicke fette Lehmwände. Oma und Eltern hatten ihren Garten im Volkshain Stünz. Mama hat den Garten noch, wird ihn aber wohl dieses Jahr aus Altergründen aufgeben.“

* heute Julius-Krause-Straße

siehe auch unsere Beiträge „Entdeckungen in Schönefeld I + II“ (Mai bzw. November 2012) und „Staunen über Stünz“ (Februar 2019)