Die Löwen von Zschocher

Christine Arendt

Christine Arendt

Am Eingang des ehemaligen Gutes Kleinzschocher stehen zwei Säulen, bis Dezember 1998 saßen auf denen zwei Löwen. Dann waren sie weg, gestohlen, spurlos verschwunden. Christine Arendt gehörte zu den Ersten, die das bemerkt und öffentlich gemacht hatten.

Ein Anwohner des Kantatenwegs (früher Schlossweg), so erzählt sie, habe eines Morgens zwischen 4 und 5 Uhr ein Baufahrzeug mit Hamburger Kennzeichen gesehen – und danach keine Löwen mehr. Also wandte sich die engagierte Ortsteil-Chronistin an die Stadt Leipzig (Referat Denkmalschutz) sowie an die Fernseh-Redaktionen von „Escher“ (MDR) und „Aktenzeichen XY … ungelöst“ (ZDF) – bis jetzt vergebens.

Kurioserweise hatte Christine Arendt bereits im Sommer 1997 an das Referat Denkmalschutz geschrieben. In der Antwort des Stadtbezirkskonservators heißt es: „… bezüglich der Löwen-Figuren auf den Pfeilern … Bei einer Besichtigung vor Ort konnte ich feststellen, daß die Figuren zwar leicht verschoben sind, eine akute Absturzgefahr besteht jedoch … nicht.“ Hatten die Täter damals schon erste Abtransportversuche unternommen?

Ein weiterer Anwohner, so Christine Arendt, ist der Meinung, die Löwen im österreichischen Nassereith gesehen zu haben. Bis in dieser Sache Beweise vorliegen oder gar die Figuren zurückkehren, bleiben uns nur alte Ansichten wie die drei Postkarten – die farbige ist abgestempelt am 31.07.1909 und ging damals von Kleinzschocher nach Lindenau in die Wielandstraße 16.

Das ebenfalls abgebildete Schloss gibt’s seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr, die alte Tür in der Mauer existiert jedoch noch. Daneben stand einst geschrieben: „Milch-Verkauf … im Gut abends von 6-7 Uhr“ (siehe schwarzweiße Schloss-Postkarte).

Der Vollständigkeit halber: An der rechten Säule befindet sich folgende, nicht mehr mühelos zu identifizierende Inschrift: „In diesem Gründstück führte Joh. Seb. Bach am 30. Aug. 1742 seine Bauernkantate auf.“

Und weil wir einmal in der Gegend waren, knipsten wir noch ein bisschen in der Schwartze- und der Dieskaustraße herum. Die gewaltige neoromanische Taborkirche, die uns schon immer gefiel, müssen wir mal gesondert besuchen.

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