Glockenmänner wie in Venedig

Leipziger Glockenmänner

Leipziger Glockenmänner

Am Markusplatz in Venedig schlagen zwei Männer seit Hunderten von Jahren die Glocke, am Augustusplatz in Leipzig tun es ihnen zwei Kollegen seit Jahrzehnten nach. Das Krochhochhaus kann sein venezianisches Vorbild nicht verleugnen.

Muss es ja auch nicht. Und nicht jeder Leipziger oder Leipzig-Besucher war schon in der Lagunenstadt. Wir verweisen an dieser Stelle auf den Wikipedia-Beitrag “Krochhochhaus”, den wir nicht abschreiben wollen, und verraten den Auswärtigen, dass tief unter den Glockenmännern die „Theaterpassage“ zur Nikolaikirche führt.

Das 1927/28 erbaute Krochhochhaus gilt als das erste Hochhaus unserer Stadt, innerstädtisch folgten das Europahaus (1929) am Ring hinterm bzw. neben dem Gewandhaus sowie später Uni-Riese (1968-72), Wintergartenhochhaus (1969-74) und das Hotel Merkur (1978-81, von Japanern gebaut!), heute Hotel Westin. In den Neubaugebieten wurden ebenfalls Hochhäuser errichtet (und viele inzwischen wieder abgerissen). Diese 16geschosser stehen u.a. noch in der innenstadtnahen Straße des 18. Oktober am Bayrischen Bahnhof.

Zurück zum Hochhaus des Bankiers Kroch: Unter den Glockenmännern oberhalb der 11. und letzten Etage sind zwei Löwen angebracht, das Wappentier sowohl Venedigs als auch Leipzigs. Und unten im Haus, in den Räumen der ehemaligen Bank befindet sich das Ägyptische Museum, dessen Besuch wir empfehlen können. Es hat bloß nicht all zu lange geöffnet, jeweils bis 17 Uhr.

Ein Kuriosum in der Nähe des Krochhochhauses (auf der anderen Straßenseite in Richtung Gewandhaus) ist die Demokratieglocke, oder besser: Das Goldene Ei der Revolution. Verrücktes Ding. Zumal hinterm Hochhaus, an der Nikolaikirche, bereits eine Säule und ein Brunnen an die Demonstrationen von 1989 erinnern und das seinerzeit wichtige Blaue Wunder, eine Fußgängerbrücke am Brühl, abgerissen wurde.

Der in unserer Galerie ebenfalls abgebildete Mägdebrunnen steht am Europahaus auf einem Teil des Roßplatzes, der so gut wie immer sehr ruhig wirkt, obwohl er sich unmittelbar am Ring befindet.

Nachtrag am 13.12.2013: Heute berichtet die Leipziger Volkszeitung über eine „erneute Razzia beim Leipziger Internet-Unternehmen Unister“ und weiß in Bezug auf die „neue Firmenzentrale in der Innenstadt“ (Goethestraße / Ecke Brühl), dass „in absehbarer Zeit ein Baustart unwahrscheinlich“ sei, „seit Jahren hat sich hier nichts getan. Unister wollte dort bereits seit 2011 für 30 Millionen seine neue Firmenzentrale für 1400 Mitarbeiter errichten“.

Nachtrag am 22.12.2015: Zwei Jahre später ist das Aus für diesen Neubau an der Ecke von Goethestraße und Brühl endgültig. Unister habe das Grundstück verkauft, berichten LVZ (heute) und L-IZ (gestern).

Nachtrag am 10.12.2016: „Zwei Hotels statt Unister“, lautet eine heutige Überschrift der LVZ, an der Ecke von Goethestraße und Brühl werden ein „Premier Inn“ und ein „Capri by Fraser“ gebaut. Auf der Titelseite steht sogar: „Zwölf weitere Hotels in Leipziger City geplant“ (einschließlich der beiden genannten). Wie lange soll das noch gutgehen?

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