Leipziger Kaffee

Schirmer 1854

Schirmer 1854

Um den VEB Röstkaffee Leipzig (Eutritzsch) ging es bei uns im März 2013. Geheimtipp-Leser Julius Schmidt blätterte in alten Telefonbüchern und entdeckte mehr. Und wir kehrten ein bei Kaffee Richter und fuhren nach Stötteritz zu – ehemals – Kaffee Schirmer (heute in Dortmund ansässig). Schirmer firmierte im Leipziger Telefonbuch von 1973 als VEB Röstperle Leipzig mit den Adressen Schönbachstraße 71 (Kaffeerösterei) und Nürnberger Straße 7 (Stadtgeschäft).

Im Leipziger Adressbuch von 1949 stand Schirmer, Hermann Schirmer Nachf., Kaffee – Tee – Kaffee-Ersatz-Herstellung. Auf www.schirmer-kaffee.de lesen wir: „1854 – Am 01. August eröffnete der Kaufmann Hermann Schirmer in Leipzig ein Kolonialwarengeschäft, das im August des Jahres 1874 von Richard Springer übernommen wurde. Das Geschäft wurde zu einer Kaffeerösterei ausgebaut … 1972 – Übernahme der Leipziger Stammfirma in sozialistisches Eigentum“ (darum VEB Röstperle) sowie „1990 – Reprivatisierung der Leipziger Stammfirma“.

Im Hof der Schönbachstraße 71 (bzw. in der Güntzstraße; an der Haustür befindet sich eine 5) ist das alte Gebäude augenscheinlich noch zu finden und an den Wänden die Worte Hermann Schirmer Nachf. Leipzig. Außen am Vorderhaus steht Kaffee Rösterei / Seit 1854 / Hermann Schirmer Nachf.; von den heutigen Schirmers aus Dortmund haben wir das alte Bild. Vielen Dank!

Kaffee Richter in der Petersstraße 43 ist heute eine Filiale von Arko – ein wunderschöner Laden. So gut wie jeder kennt ihn vom Vorbeigehen. Wir auch. Letztens aber sind wir mal die Stufen hochgestiegen und rein in die gute Stube. Was wir nicht wussten: Es gibt hier sogar ein winziges Café! Logisch, dass wir da Platz und Kaffee sowie Süßigkeiten zu uns nahmen. Im Gastraum hängt zudem ein alter Kaffee-Richter-Stich, auf welchem die Adresse der zugehörigen Rösterei vermerkt ist: Erdmannstraße 6-12.

Und kaum zu glauben, Richter begann wie Schirmer: „Max Richter eröffnete am 11. Februar 1879 ein Kolonialwarengeschäft an der Ecke Petersstraße und Schloßgasse zu Leipzig.“ (Quelle: www.kaffeetraditionsverein.de)

Was gab es früher noch? Die Quieta-Werke GmbH, Kaffeemittelfabriken, in der Wittenberger Straße 5 (Quelle: Leipziger Adressbuch von 1949), den VEB Kaffee-Rösterei Spezial in der Kurt-Eisner-Straße 48 (Quelle: Leipziger Telefonbuch von 1973) und den DDR-Namen für Kaffee Richter: VEB Kaffee-Rösterei Leipzig (Quelle: Leipziger Telefonbuch von 1973).

Nachtrag im Sommer 2017: Julius hat weitergeforscht und im Internet ein Plakat und eine Kaffeedose aufgetrieben. „Quieta Röstperle: Kochfertig, wohlschmeckend, ganz vorzüglich!“, wird die Kaffee-Ersatz-Mischung aus der Quieta-Werke GmbH auf einem Plakat von 1951 angepriesen. Und „Kaffee Import & Gross-Rösterei Hermann Schirmer Nachf. Leipzig, Rösterei und Lagerhaus in Leipzig-Stötteritz am Bahnhof“, steht auf einer Blechdose ohne Jahreszahl. Danke, Julius!

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