Leipziger Grün II

Von den dankbaren Bürgern Leipzigs - Müllerdenkmal

Von den dankbaren Bürgern Leipzigs – Müllerdenkmal

Im zweiten Teil der Ausführungen des Stadtgartendirektors Molzen aus dem Jahre 1930 lesen wir vom Rosental, August dem Starken und von Bürgermeister Müller, der die Grünanlagen rund um die Innenstadt (den Promenadenring) anlegen ließ. Ein Denkmal für Müller steht zwischen Hauptbahnhof und Ritterstraße.

„Auch die öffentlichen Anlagen Leipzigs haben ihre verhältnismäßig weit zurückgehende Geschichte. Als älteste Grünfläche erwähnt schon der Stadtbrief um 1160 das Rosental, das damals Lych genannt und von Otto dem Reichen der Stadt geschenkt wurde. Es ging verschiedentlich in anderen Besitz über und kam durch Kauf vom Kurfürsten Johann Georg II. für 17145 Tl. 18 Gr. mit allen Gerechtsamen zum zweiten Male 1663 für dauernd an die Stadt.

Es wurde auf Betreiben Augusts des Starken, der den Kaufvertrag anfocht, 1704 zu einem ‚Lustwalde‘ umgestaltet, wobei von einem projektierten Schloß aus 13 Schneisen in den Wald geschlagen wurden, von denen heute noch 8 bestehen, deren weite Fernblicke leider aber durch die spätere Bautätigkeit in der Umgebung verloren gingen. Leider ist auch später der Charakter der Anlage verwischt worden durch Herstellung landschaftlicher Anpflanzungen, krumme Wegführung sowie eine das Bild zerschneidende Fahrstraße und durch Schaffung einer deplatzierten Teichanlage usw., welche Fehler nach und nach beseitigt werden.

Als eigentlicher Begründer des Grünflächensystems Leipzigs ist der Kriegsrat Müller, Leipzigs verdienstvoller und kunstsinniger Bürgermeister, anzusehen, der nach dem Hubertusburger Frieden, der Leipzig als Festung aufhob, 1763 mit Oeser, Dauthe und Kunstgärtner Mansa die erste Erholungsanlage für die Einwohner auf den fallenden Festungswällen – die heutige Ringpromenade – ‚im englischen Stile‘ schuf.

Peter Lenné, dem gesuchtesten Gartenkünstler seiner Zeit und nachmaligen Generalgartendirektor der Königlichen Gärten in Potsdam, Berlin usw., blieb es vorbehalten, später die ‚Neuen Anlagen‘ etwa zwischen dem heutigen Bildermuseum und dem Peterstor zu schaffen, die heute zu den unversehrtesten Kleinodien landschaftlicher Gartengestaltung in Leipzig gehören.

Von diesen Ringanlagen, die infolge von Straßenverbreiterungen, Durchbrüchen im Verkehrsinteresse (Universitäts- und Nicolaistraße, Neumarkt usw.) und Bauten (Neues Theater, Museum der bildenden Künste, Rathaus, Hauptbahnhof usw.) im Laufe der Jahre, bis zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes in neuester Zeit, oft Veränderungen erfuhren, ziehen 3 Grünzüge durch das Stadtgebiet bis an die Ringpromenaden heran.“

(wird fortgesetzt)

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