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Noch mehr Bilder aus dem Jahr 1991

Noch mehr Bilder aus dem Jahr 1991

Im Januar 1991 klebten wir unsere dokumentarisch gemeinten Fotos – sonderlich scharf sind die Aufnahmen nicht – noch in einen richtigen Ordner und setzten darunter mit Schreibmaschine getippte Bemerkungen. Gut, dass das alles noch vorhanden ist, so können wir uns selber zitieren und überlegen, woher wir damals die Informationen genommen haben – aus Zeitungen, Büchern, Gesprächen und eigenen Beobachtungen.

„Um die Jahreswende 1990/91 zierten um Futtergeld bettelnde Zirkusleute und -tiere die Leipziger Innenstadt.“ Die Säulen gehören zum Messeamt am Markt, welches später abgerissen wurde. An seiner Stelle steht heute der Breuninger-Block.

„‚Öffentliche Auseinandersetzung‘ am Nikolaikirchhof 4a, worin jetzt das Bafög-Amt residiert. Interessant das Schild des FDJ-Studentenzentrums.“ Gemeint mit letzterem ist die Moritzbastei. Das Bild vom Nikolaikirchhof stammt vermutlich von der Ecke, an der sich heute ein Laden für hochwertiges Küchenzubehör befindet – Culinaris.

Hinter dem Messeamt am Markt konnte man unserer Erinnerung nach Autos abstellen. Begrenzt wurde der Parkplatz von einem Bauzaun, auf dem zum Zeitpunkt unseres Fotorundgangs plakatiert gewesen ist: „Deutschland braucht Patrioten und Weltbürger“, die Partei dazu erkennen wir nicht mehr. Vielleicht war’s die DSU (ein Jahr zuvor in Leipzig gegründet)?

Anschließend liefen wir in die nahegelegene Hainstraße, zunächst zur Nummer 6: „Der Erker dieses ursprünglich aus dem 18. Jh. stammenden Bürgerhauses wird seit circa einem Jahr derart unattraktiv abgestützt.“ Gegenwärtig ist dort im Gebäude Woolworth aktiv.

Die Nummer 8 (Bäcker Goldschmidt*) sah zu Beginn der Neunziger ebenfalls renovierungsbedürftig aus: „Dieses Haus zählt zu den ältesten in Leipzig. Es stammt aus dem 16. Jh., der Erker wurde 1711 angebracht, das Haus in den 70er Jahren restauriert. Man glaubt es heute kaum! Der Konditoreiladen im Erdgeschoß wurde Mitte der 80er Jahre geschlossen.“

Nummer 7, gleich gegenüber (heute TK Maxx), präsentierte sich seinerzeit als Lücke: „Ehemalige Obst- und Gemüseverkaufsbaracke, dort, wo bis zu seiner Zerstörung im II. Weltkrieg das Haus Hainstraße 7 stand. Ende der 80er Jahre schloß diese Verkaufsstelle, dafür siedelte sich im Zuge der Währungsunion ein Lederwarenhändler an.“

Außerdem fotografierten wir den damals seit Jahren leerstehenden Webers Hof und notierten dazu: „Dieses Gebäude ging 1875 in den Besitz des Kaufmanns Weber über, der die beiden oberen Geschose aufsetzen ließ. Seit Mitte der 70er Jahre baufällig.“ Auch das kann man sich angesichts des heutigen Zustands gar nicht mehr vorstellen.

siehe auch unseren Beitrag „Leipzig-Bilder aus dem Jahr 1991“ (Juni 2021)
* Danke, Heiner! siehe dazu unseren Beitrag „Aus Kisten und Kartons I“ (Juli 2023)