Rolf aus Markranstädt

Das Logo mit dem Namen in Schreibschrift, entwickelt 1961

Das Logo mit dem Namen in Schreibschrift, entwickelt 1961

(J.R.) Wusstet Ihr, dass Fix und Foxi de facto aus unserer Ecke hier stammen? Der Vater der beiden Füchse, Rolf Kauka, erkannte Anfang der 1950er Jahre die Chancen, die das Genre Comic bot. Er wollte deshalb zunächst eine Trickfilmproduktion aufziehen, verlegte sich dann aber auf die Herstellung von Comic-Heften. Rolf Kauka (1917-2000) wurde in Markranstädt geboren. Am 9. April 2020 würde der Cartoonist, Autor und Verleger 103 Jahre alt werden.

Ein guter Grund, mehrere Blicke auf das Schaffen dieses vielseitigen und vor allem kreativen Menschen zu werfen. Am 9. April 1917 kam Rudolf Paul Alexander, Rufname Rolf, in der Albertstraße 40 in Markranstädt zur Welt. Sein Vater war ursprünglich Hufschmied und Wagenbauer, im Ersten Weltkrieg jedoch verlor er ein Bein. Deshalb suchte er sich eine andere Tätigkeit. Sein Arbeitsplatz war nun das Schrankenwärterhäuschen an der Nordstraße. Dort in die Nähe, in die Heidestraße 8, zog Familie Kauka mit ihren drei Kindern Rolf, Ingeborg und Brunhilde dann auch. Ab 1923 besuchte der Junge die Markranstädter Grundschule in der Parkstraße, später wechselte er auf die Friedrich-List-Realschule nach Leipzig*. Am 1. Juni 1931 nahm Rolf Kauka eine Lehre in der Fachdrogerie von Hermann Curt Borst in der Leipziger Straße 25/27 auf, welche er am 30. November 1934 als Drogeriegehilfe mit der Note „Gut“ abschloss.

Obwohl seine Entwicklung vom Drogeriehelfer zur Leitung eines Comic-Imperiums, von Markranstädt über München bis hin nach Amerika einen gewissen Respekt abverlangt, werden sicherlich kommende Sätze und Aussagen vielen Comic-Fans das Herz brechen, ihre Illusion zerstören. Der Sachse gilt definitiv und nachweislich als der geistige Vater der smarten Fuchszwillinge – als ihr zeichnerischer jedoch kaum. Auch wenn über jeder Fix-und-Foxi-Geschichte Rolf Kauka steht – und obwohl er nach eigenem Bekunden bereits als Gymnasiast Cartoons für Tageszeitungen wie die Leipziger Neuesten Nachrichten anfertigte –, war sein Zeichentalent in Wahrheit eher bescheiden.

Wer mehr über den Verleger, Ideengeber und Geschäftsmann erfahren möchte, kann sich über die Internetseite www.defa-filmfreund.de die Broschüre Legendäre Füchse in Latzhosen bestellen. Unser Mitstreiter Jens Rübner (J.R.), dem wir auch diesen Beitrag verdanken, hat sie geschrieben. Gemeinsam mit ihm verlosen wir ein Exemplar (Interesse bekundet Ihr mit einer Nachricht an email@geheimtipp-leipzig.de)! Und wir würden uns sehr freuen, wenn uns eine/r von Euch ein altes Fix-und-Foxi-Heft zukommen lässt bzw. für ein paar Scans zur Verfügung stellt.

* Das Schulgebäude stand einst in der Nordstraße 37, wo es am 4.12.1943 einem Bombenangriff zum Opfer fiel (Quelle: www.l.shuttle.de/l/f-list/).

Das ostdeutsche Pendant zum Fuchspaar Fix und Foxi war der Mäusezweier Fix und Fax. Jens äußert sich wie folgt: „Eine gehörige Portion Kult plus eine Prise Nostalgie und fertig ist die Lieblings-Bildergeschichte. Aus diesen einfachen Gründen fällt mir persönlich bei diesem Begriff sofort die ‚Atze‘ ein, das DDR-Heftchen mit den Kultmäusen Fix und Fax. Es hat sich unauslöschbar in meinen Gehirnwindungen festgesetzt. Natürlich gab es im Osten noch weitere Kinderzeitschriften. ‚Fröhlich sein und singen‘ (Frösi) und ganz besonders das heute noch existierende ‚Mosaik‘ möchte ich hier hervorheben. Die Erstausgabe mit den Digedags, den drei Kobolden, erschien im Dezember 1955. All dies ist hochinteressant und bietet unendlich viel Schreib-, Lese- und auch Zündstoff.“ So isses! Angela hat uns zwei betagte Bücher zum Blättern und Scannen zugespielt. Wir danken auch ihr ganz herzlich!

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