Wegweiser im Fliederhof

Wegweiser im Fliederhof

Wegweiser im Fliederhof

Fliederhof klingt gut, da macht man sich ein idyllisches Bild. Die Straße bzw. Wohnanlage Fliederhof in Schönefeld hingegen liegt nur bedingt idyllisch, nämlich von hinten gesehen an der Parthe. Vorn und an der Seite braust der Verkehr auf der Rackwitzer und der Rohrteichstraße entlang. Zwischen verlassenen Läden – das kleine Wohngebiet war offensichtlich mal recht eigenständig – hat die Stadt (oder der Vermieter) einen Wegweiser in die Wiese rammen lassen. Für wen?

Am Ende der nicht allzu langen Straße namens Fliederhof befindet sich ein kleiner Platz („Wendehammer“). Man kann sich vorstellen, dass die Bewohner hier früher in ihrer Freizeit zusammenkamen, als es erstens noch mehr von ihnen gab und zweitens private Kraftfahrzeuge eine Seltenheit waren. Nur schwer vorstellen können wir uns, dass in der an sich hübschen (und zu großen Teilen sanierten) Anlage derzeit viel los ist, sie liegt zu isoliert.

Doch wir haben uns getäuscht. Wenn man sich nämlich von der Rohrteichstraße heranpirscht, kommt man in einen großen grünen Hof und sieht, dass die Häuser rundherum gar nicht so wenig bewohnt sind – vor allem die zur Parthe hin. Wir finden sogar einen „Geheimweg“, eine Unterführung vom Innenhof zur Straße Fliederhof.

Im Internet finden wir den Architekten, den Leipziger Johannes Koppe (www.heritus.de), folgende Beschreibung „Wohnanlage Fliederhof bestehend aus 14 Häusern mit 143 Einheiten; Bj. 1925-35; Sanierung 2001-03; Kulturdenkmal“ (www.versteigerungskompass.de) und einen Beitrag über den Architekten in den Leipziger Blättern, in dem der Fliederhof zwar nicht als Bau erwähnt ist, dafür aber im Zusammenhang mit Koppes kürzlich aufgefundenem Nachlass.

„Der Teilnachlaß“, schreibt Anett Müller („Der Architekt Johannes Koppe“ in Leipziger Blätter 55, 2009), „der an zwei unterschiedlichen Fundorten – einer unsanierten Fabrikhalle in der Georg-Fischer-Straße 3 sowie einem Keller im Fliederhof 5 – zutage kam und ausschließlich aus geschäftlichen Unterlagen besteht (über 5 000 Bauzeichnungen, wenige Bestell- und Lieferscheine sowie Rechnungsbücher), befand sich bei der Übernahme in einem sehr schlechten Erhaltungszustand.“

Und sie erwähnt als Werke Johannes Koppes u.a. die „Wohnbauten Poetenweg 15, 17, 35 (1923) und 45 (1926), Steinstraße 38/40 und 44/46 (1929/30), Triftweg 37–67 (1930–1933) und die Gebäude Elfenweg 1–4 und 5–23, Froschkönigweg 1–34, Prinzenweg 1–12 und Zwergenweg 1–5, 6, 8, 10 und 12 (1927/28), die Siedlungshäuser Am Eutritzscher Park zwischen Gottschallstraße und Baaderstraße (um 1927) sowie sein eigenes Wohnhaus Oldenburger Straße 8 (1936).“

Ebenfalls in den 1920er und 30er Jahren muss der Breitscheidhof (Obere Mühlenstraße) in Böhlitz-Ehrenberg gebaut worden sein, dort z.B. steht auch so eine Pergola wie am Fliederhof – und sicher nicht nur dort, es wird weitere geben.

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