Zimmermädchenreport

Zimmermädchens Revier

Zimmermädchens Revier

Wir kennen ein Zimmermädchen und brachten es zum Plaudern. „Sportler sind die Schlimmsten“, sagte es spontan – zu unserem Erstaunen, hielten wir diese Kategorie Mitmensch doch bislang für diszipliniert. Auch „Schlipsträger“ wurden schnell genannt, „außen hui, innen pfui“. Wobei wiederum Geschäftsleute, die nur eine Nacht blieben, den raumreinigenden Servicekräften am liebsten sind, die hinterließen kaum Dreck.

Bei Sportlern hingegen liegen nicht selten Bier- und andere Getränkeflaschen, gemischt mit Müll, auf dem Teppichboden. „Und wenn man die Toiletten sauber machen muss, fragt man sich manchmal: Würden die das zu Hause auch so machen?“ Ein Gast habe sich unlängst ins Waschbecken übergeben und kein Wasser nachlaufen lassen. Zum Glück passiert soetwas nicht allzu oft.

„Wenn’s schlimm ist, braucht man eine Stunde fürs Zimmer.“ Die Norm liege bei zwölf Minuten. Räume von Abreisenden verlangten mehr Arbeitsaufwand als die von Gästen, die noch blieben. Allerdings lägen bei Letzteren auch mal die Klamotten auf dem Boden verstreut herum.

Amerikaner wüschen sich im Gegensatz zu Europäern eher mit Seife als mit Duschbad – „man sieht’s an den Rändern in der Badewanne“. Und Duftkerzen- bzw. Räucherstäbchenanzünder im Zimmer verfügten über eine ähnliche Beliebtheit wie Raucher (die es in Hotels ja gar nicht mehr gibt).

Anstrengend seien auch Wochenend-Touristen mit Omas und Zustellbetten fürs Baby. Angehörige älterer Reisegruppen räumten hin und wieder die Teebox aus, aber eher selten. Insgesamt jedoch werde wenig geklaut. Es gehe auch wenig kaputt, mal ein Zustellbett, mal ein Lattenrost (bevorzugt bei Konzertbesuchern).

Das Trinkgeld der Gäste sei früher höher gewesen. Unsere Gesprächspartnerin stellt einen gedanklichen Zusammenhang zum Mindestlohn her und sagt: „Wir leben mehr von den zurückgelassenen Pfandflaschen.“

Was wäre schön? „Wenn die Leute pro Nacht und Zimmer ein, zwei Euro hinlegen.“ Die Frauen putzen meistens zu zweit. Und was wünscht sich das anonyme Leipziger Zimmermädchen noch? „Regelmäßig im Monat ein freies Wochenende.“

Die Abbildungen kommen entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten diesmal komplett nicht aus Leipzig, wir wollen weder Hotels noch Angestellte in Misskredit bringen.

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