Ab in die Gartenkneipen VIII

Liebesdenkmal am Waldfrieden

Liebesdenkmal am Waldfrieden

Sportplatzkneipen sind Gartenkneipen sehr ähnlich, deshalb scheuten wir uns auch nicht, unsere erste Gartenkneipentour im Jahr 2015 bei Blau-Weiß Leipzig zu beginnen. Wir lugten vom Kantatenweg hinein ins Stadion der Freundschaft und fanden den Freisitz einfach zu einladend, um weiterzufahren.

Auf der Aschenbahn hier hatten wir Ende der 1980er Jahre 3.000- (Jungs) bzw. 2.000-Meter-Läufe (Mädchen) absolviert – als Lehrlinge der nahen KBS II* (heute: Alte Handelsschule). Diesmal wollten wir nur zwei Espressi und eine rote Limo zu uns nehmen, bekamen allerdings vom Duft aus der Küche Appetit auf ein Schnitzel Strindberg. Gute Wahl! (Tipp: Mittwochs ist hier Schnitzeltag.)

Beim Essen dachten wir darüber nach, dass Blau-Weiß eine hübsche Symbiose aus Blau-Gelb und Grün-Weiß darstellt und überlegten, Fan zu werden und uns Blau-Weiß-Leipzig-Klamotten zuzulegen. Dann radelten wir die Küchenholzallee entlang durch Park und Gärten zur nächsten Station, dem Waldfrieden (Achtung, es gibt eine gleichnamige Kneipe in der Bornaischen Straße – nicht verwechseln!).

Die Gartenkneipe Waldfrieden verfügt über Außenbühne und Innensaal, einen Veranstaltungsplan voller Musik und Theater (im Winter kommen Bingo-Nachmittage hinzu), und gleich vorm Zaun des Freisitzes befindet sich darüber hinaus das Liebesdenkmal. Wir tranken einen weiteren Espresso bzw. ein großes Glas Kaffee und informierten uns in der Chronik (welche der Speisekarte vorangestellt ist).

Laut der wurde das Denkmal 1812 errichtet, als der Kaufmann David Johann Förster das Rittergut Kleinzschocher erworben hatte und das Hahnholz zum öffentlichen Park umgestalten ließ (später war hier übrigens ein Mitglied der Tauchnitz-Familie Rittergutsbesitzer**). Am Denkmal stehen kaum noch leserlich die Worte Liebe und Freude (ähnlich wie heute die „Hohen Worte“ in der Karl-Heine-Straße und Umgebung – siehe Nachtrag II). Ein Wort zur erwähnten Speisekarte des Waldfriedens: Auf der findet Ihr u.a. Spirelli mit Feuerwehrsauce, Pelmeni sowie Dr. Schrebers sächsisches Gartenpils. Interessant!

Durch die ruhigen Nebenstraßen Klein- und Großzschochers fuhren wir nun zur Apostelkirche, welche auf ihrem kleinen grünen Platz erstens sehr romantisch aussieht und zweitens um sich herum Schule, Fleischer, Bäcker, Sparkasse und Weinstube zu einem intakten Ortsteilzentrum versammelt.

Schließlich pedalierten wir die Dieskaustraße hinab Zum Nat’l in die Kurt-Kresse-Straße – auf Kaffee, Cappuccino und ein Stück Himbeersahnetorte zuzüglich eines kleinen Rundgangs durch die Sparte. Am Eisenbahnmuseum*** vorbei rollten wir im Nachhinein dann rüber nach Neu-Brasilien – geschlossene Gesellschaft, wir konnten sowieso nicht mehr und befanden uns auf dem Heimweg.

Nachtrag I: Im Nat’l lernten wir bei einem Zweitbesuch wenige Tage später Inge kennen, die Schwester von Hugo – ein Sommergetränk mit Ingwer anstelle von Holunder. Schmeckt gut!

Nachtrag II: Die „Hohen Worte“ sind Glück (seit 2006) Karl-Heine-Straße 59, Lust (2006) Karl-Heine-Straße 50, Liebe (2007) Karl-Heine-Straße 85-93, Sorge (2007) Merseburger Straße 25 / Ecke Karl-Heine-Straße, Angst (2009) Karl-Heine-Straße 35, Mühe (2011) Karl-Heine-Straße 49 und Trost (2012) Karl-Heine-Straße 110 (Quelle: www.westbesuch.com)

Nachtrag III: Wir waren nochmal bei Blau-Weiß und bekamen, während Leipziger Schiedsrichter hier ihren Fitness-Test absolvierten, die größten Schnitzel unseres Lebens serviert. Die waren so groß, dass die Bratkartoffeln bzw. der Kartoffelsalat nicht auf den Teller passten und darum auf den Schnitzeln lagen. Eins war à la Meyer zubereitet (diese Bezeichnung hatten wir im Nat’l zum ersten Mal registriert und dort als Beefsteak bestellt). Was bedeutet à la Meyer? Es kommt ein Spiegelei oben drauf – die Variante heißt im Hopfenspeicher Hamburger Schnitzel.

* Kommunale Berufsschule II
** siehe unsere Beiträge „Monte Carlo und Karl Tauchnitz“ (April 2013) und „Kleinzschochersche Erinnerungen“ (März 2014)
*** siehe unsere Beiträge „Im Eisenbahnmuseum I und II“ (März bzw. Oktober 2014)

www.waldfriedenleipzig.de

 

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