Alte Bilder X

Bf. Plagwitz und Hotel Thüringer Hof (Rückseite), 1986

Bf. Plagwitz und Hotel Thüringer Hof (Rückseite), 1986

Nach einem Besuch der Bachmannschen Buchhandlung unten im Alten Rathaus trugen wir zwei preiswerte Bücher mit alten Bildern nach Hause, zum einen Günter Blutkes Leipzig-Fotografien aus den Jahren 1956-59, zum anderen die 1993er „Ansichten“ aus dem bis heute existierenden Unternehmen Real Design.

Günter Blutke studierte u.a. Fotografik an der HGB – man sieht es seinen schwarzweißen Bildern an. Sie sind so gleichermaßen zeitlos wie eben auch aus einer anderen Zeit. Die Boote auf der Elster, die Erholungssuchenden im Clara-Zetkin-Park und auf den Freisitzen oder die junge Frau in der Mädler-Passage könnten von heute sein.

Das geschwungene Treppenhaus des Centrum-Warenhauses in der Petersstraße hingegen ist verschwunden, Universitätsrektor Georg Mayer eine Legende, die wir nur vom Hörensagen kennen, das vollbesetzte Schwimmstadion gibt’s nicht mehr, auch keine Bierkutscher, die Bügelverschlussflaschen ausliefern, keine Tusculum-Bar und kein Tages-Kino Film-Eck, von dem ein Werbeschild am Markt kündet.

Die Leute von Real Design – laut Internet so gut wie alle noch aktiv – hielten 1992 und 93 Veränderungen im Stadtbild fest und sortierten zwischen ihre Bilder Texte, die man als launig bezeichnen darf. Wir sehen unsanierte Häuser und unsanierte Buntgarnwerke, den Felsenkeller als Polsterland, den VEB Drahtchemie, die Rote Diskothek, das Stötteritzer Palast-Theater …

Hinzu kommen Einschätzungen, Einordnungen und einige Gedichte u.a. von Roland Keil, Ralph Grüneberger und Wolfgang Krause Zwieback sowie ein atemloser Durch-die-Nacht-Report aus der Feder Steffen Birnbaums, in welchem zahlreiche Namen von Lokalen und Lokalhelden fallen – manche davon sind mittlerweile vergessen, andere nach wie vor in Betrieb.

Unsere Eigenleistung besteht aus ein paar Plagwitz-Bildern, die wir 1986 eingefangen haben (und deren Gegenstücken aus der Gegenwart). Da wartete z.B. das Hotel Thüringer Hof gegenüber des Bahnhofs Plagwitz auf seinen Abriss, was bedeutet, dass das heute dort befindliche und die Einmündung der Weißenfelser Straße überwölbende Bürogebäude noch nicht besonders alt ist …

www.realdesign-leipzig.de

siehe auch unseren Beitrag „Wie die Hotels früher hießen“ (Dezember 2012)

,

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen