Die Brauerei Naumann

April 2019: Zschochersche Straße, Blick aufs Sudhaus

April 2019: Zschochersche Straße, Blick aufs Sudhaus

Laut unserer „Liste Leipziger Brauereien“ (November 2015) war die Plagwitzer Brauerei Naumann von 1864 bis 1991 am Standort Zschochersche Straße 79 aktiv. Zuvor hatte sich Carl Wilhelm Naumann (1792-1876) vor dem Ranstädter Tor betätigt. Zur Lagerung seines Biers ließ er 1842 den alten Felsenkeller (Zschochersche Straße 12) anlegen und begründete darauf eine Gastwirtschaft. Deren Nachfolge trat Ende des 19. Jahrhunderts der neue und bis heute als solcher bekannte Felsenkeller an, dessen kleiner Saal im Jahr 2014 auf den Namen „NAUMANNs“ getauft wurde.

Zum Brauereibesitz gehörten einst auch die innerstädtische Gaststätte Zills Tunnel sowie das Lindenauer Varieté Drei Linden, der Vorgänger der Musikalischen Komödie. Nach dem Zweiten Weltkrieg firmierte das Naumannsche Unternehmen eine Zeitlang als VEB Westquell, bis es schließlich und endgültig als Betriebsteil 2 zum VEB Sachsenbräu gehörte (siehe dazu auch unseren Beitrag „Bierfahrer Maik“ vom Januar 2016).

Seit 1991 kommt kein Bier mehr aus der Zschocherschen Straße 79. Dennoch ist der Name Naumann dort nun wieder präsent. Hoch oben am ehemaligen Sudhaus steht seit kurzem geschrieben „Brauerei C.W. Naumann Aktiengesellschaft gegr. 1828“. Drumherum gruppiert sich ein neues Wohngebiet, ein Neubaugebiet, das Wohnquartier „Naumann’sche Brauerei“.

„Die Wohnanlage, welche sich auf dem Areal der ehemaligen Brauerei von Carl Wilhelm Naumann befindet, besteht aus 11 Neubau-Mehrfamilienhäusern mit 182 attraktiven Mietwohnungen, 4 Gewerbeeinheiten und zwei Tiefgaragen mit insgesamt 182 Kfz-Stellplätzen. Durchdachte Grundrisse, eine hochwertige Ausstattung, sonnige Balkone, Loggien und Terrassen sowie die attraktive Lage zentrumsnah und direkt am Stadtpark zeichnen diese Wohnungen aus. Wir können Ihnen eine große Auswahl an 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen von ca. 45 bis 154 m² anbieten“, gibt die Internetseite www.naumannsche-brauerei.de bekannt.

In deren Impressum vermerkt ist die Hildebrandt Immobilien GmbH, welche u.a. auch das Bugra-Messehaus (alias Buchgewerbehaus) restauriert hat. Das neue Wohngebiet erstreckt sich von der Zschocher­schen Straße bis hinunter zur Erich-Zeigner-Allee, das alte Sudhaus wird auf einem Lageplan als Haus 1 von insgesamt 15 bezeichnet, wobei wir die 13 nicht ausmachen konnten (siehe im Web-Auftritt der Wohnanlage unter dem Punkt „Gewerbe“). Die Gesamtfertigstellung scheint unmittelbar bevorzustehen.

Als bemerkenswert erachten wir auch die Rekonstruktion des kleinen Gebäudes uns unbekannter Funktion (Pförtnerhäuschen?) in der Erich-Zeigner-Allee. Dessen früheren Zustand hatten wir im Beitrag „Eckenraten, Teil 4“ (Februar 2018) gezeigt sowie einen einordnenden Blick über die Baustelle vom Lidl-Parkplatz nach unten. Das Häuschen hielten wir für verloren. Umso überraschender war sein Anblick jetzt.

Nachtrag: Bauers Brauerei im Täubchenweg ging der Naumannschen voran, sie wurde zwar später geschlossen, aber eher bewohnt (siehe u.a. unsere Beiträge „Der lachende Mönch“ vom März 2014 und „Brauerei Ernst Bauer“ vom Dezember 2012 sowie noch einmal zu Naumann „Bejahrte Bieretiketten III“ aus dem Oktober 2014).

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