Ein Held hat geöffnet

Im Kaufhaus Held

Im Kaufhaus Held

In Lindenau gibt es zwei Kaufhäuser namens Held. Eins hat gerade geöffnet! – „Liebe ‚Nachbarn’“, heißt es in einer Anzeige in Leben in Lindenau, Ausgabe 3/1996, „Kaufhaus Held kehrt zurück. Bald eröffnen wir unser neues Haus an der Lützner- Ecke Merseburger Straße. Ab Januar ’97 finden Sie dann bei uns im Kaufhaus Held 66 Fachabteilungen und die größte Sportabteilung in Leipzig, Intersport Held, unter einem Dach.“

Im redaktionellen Teil erfahren wir: „… das traditionsreiche Kaufhaus der Gebrüder Held in Leipzig, Merseburger Straße 84. Ein Haus, in dem bis zum 31. Dezember 1995 die Karstadt AG ein Warenhaus betrieb und dessen weitere Nutzung zur Zeit noch ungewiß ist. Eine ‚Ecke‘ weiter, an der Kreuzung Lützner/Merseburger Straße gibt es noch ein Kaufhaus, das den Gebrüdern Held gehörte“. Sie „verpachteten das Haus nach ihrem Weggang an die Firma Hollenkamp, die dort bis 1972 ein Textil- und Modehaus führte.“

Zwei Kaufhäuser Held also. Ehrlich gesagt, das wussten wir nicht. Wir kannten das eine als Centrum-Warenhaus, später Karstadt, und das andere gar nicht, erst als Held dran stand.

Die Leipziger Volkszeitung vom 18.02.1997 schreibt: „Hans Wiesend aus dem nordbayerischen Pegnitz kaufte Anfang der neunziger Jahre in Lindenau zwei große Straßenkarrees an der Lützner Straße … Im Mittelpunkt seines Projekts: das ehemalige Kaufhaus Hollenkamp, das er wiedererrichtete und in der Fläche vervierfachte. Den Namen ‚Kaufhaus Held‘ kaufte Wiesend von den in London lebenden Erben des jüdischen Kaufhauses ab.“ Und in der Ausgabe vom 12.09.1997 steht: „Ins Lindenauer Kaufhaus Held will niemand einziehen … 70 Millionen Mark sinnlos verbaut.“

Sprung in die Gegenwart: Seit 24. Mai 2013 ist das Centrum-Karstadt-Held (Ecke Demmeringstraße) wieder geöffnet, bis 15. Juni 2013 – eine Ausstellung ist zu sehen, Veranstaltungen* finden statt. Wir waren drin, die Chance muss man nutzen! Man kommt ins Erdgeschoss und durch das Treppenhaus bis in die erste Etage, dort stört ein Gitter – aber immerhin, es ist was zu sehen (siehe, u.a. zu den beiden Außenansichten, auch unseren Beitrag „Merseburger Einkaufsstraße“ vom März 2012).

Herzlichen Dank erneut an Julius Schmidt!

* europa-cluster.net
www.held-leipzig.de

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