Du und ich und Klein-Paris

Plakat der Klaus-Liebich-Ausstellung

Plakat der Klaus-Liebich-Ausstellung

Am Eröffnungstag der Klaus-Liebich-Fotoausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum, es war der 6. Mai, rannten wir ins Kino, diesmal ins Cineplex am Allee-Center in Grünau, denn dort stand „Du und ich und Klein-Paris“ auf dem Programm. Und während Liebichs Leipzig-Bilder aus den 1950er und 60er Jahren stammen, wurde der DEFA-Streifen zu Beginn der 70er in unserer Stadt gedreht. Der Uniriese zum Beispiel ist zwar schon riesig, aber noch im Bau.

Angelika und Thomas (Evelyn Opoczynski und Jaecki Schwarz), die Filmhauptfiguren, wohnen in der Menckestraße 44 zur Untermiete, direkt neben dem Schillerhäuschen. Er studiert Philosophie und fährt leistungsportlich Rad, sie geht in die 12. Klasse. Dort macht sie die Jungs verrückt, allerdings unabsichtlich, ein Leutnant der Marine, ein Playboy/Fotograf (Jürgen Frohriep) und ein junger Geiger aus der alten Heimat Torgau verehren das Mädchen ebenfalls.

Vermieterin ist eine Opernsouffleuse, die Straßenreinigung fährt scheinbar täglich vorbei, es gibt schöne Kameraschwenks über die Dächer der Stadt. Der Schwanenteich ist zu sehen, das Dunckerviertel mit seinem runden Café-Kiosk, weiterhin das Gohliser Schlösschen, das Völkerschlachtdenkmal und der Musikpavillon im Clara-Zetkin-Park.

Jürgen Frohriep bringt die 17jährige Neu-Leipzigerin aufs Titelbild der Jugendzeitschrift „neues leben“ und fährt mit ihr im offenen alten Wartburg ins Rote Haus bei Bad Düben, wo er seine Ausstrahlung überschätzt und eine Ohrfeige kassiert bzw. zwei, denn Thomas rennradelt den Beiden hinterher und mischt sich ein. Natürlich kommen er und Angelika am Ende zusammen …

Zwischendurch sorgen unter anderem Klaus-Dieter Henkler (von Monika Hauff) als Klassenschönster und Winfried Glatzeder (von „Paul und Paula“) für Missverständnisse und Verwicklungen, schieben sich die Glockenmänner vom Krochhochhaus mehrmals ins Bild und einmal sogar zwei Kolumbianer.

Wir freuen uns über die zeittypischen Zeitungskioske (siehe unseren Beitrag „Die Letzten ihrer Art“ vom Januar 2014) und fragen uns: Welche Schule ist das, auf die Angelika da geht? Und welches Freibad* – mit Sprungturm – besucht sie mit ihren aufgeregten Klassenkameraden? Das Schwimmstadion, das über einen Sprungturm verfügte, war es nicht. Vielen Dank ans Cineplex für die Aufführung!

Empfehlenswert wie der beschriebene Leipzig-Film und ein paar Wochen länger zu sehen sind die großformatigen und farbigen Leipzig-Aufnahmen des oben genannten Klaus Liebich. Der einstige HGB-Dozent dokumentierte unsere Stadt vor reichlich 50 Jahren. Da sieht einiges anders aus als heute und doch erkennt man die Zusammenhänge. Besonders begeistert sind wir von seiner Sicht auf Deutrichs Hof, welcher bis zum Ende der 60er neben dem Riquet-Haus stand. Die Schau heißt „Kontraste“, Ihr solltet sie bis 30. Juli 2017 im Böttchergässchen 3 besuchen. Wenn Euch leipzig nicht egal ist …

* es könnte das Wackerbad in Gohlis gewesen sein

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