In der Eutritzscher Straße

1994: Post in der Eutritzscher Straße (Flachbau), Foto: Lukas Zahn

1994: Post in der Eutritzscher Straße (Flachbau), Foto: Lukas Zahn

Wie das von Herbert Grönemeyer besungene Bochum ist auch die Eutritzscher Straße „keine Schönheit“, sondern vom Kraftwerk „ganz grau“. Dennoch verbinden wir positive Erinnerungen mit ihr, war sie doch über sieben Jahre lang unser Schulweg. Damals liefen wir vom großen Block in der Gerberstraße (mit „Zwilling“ nebenan und „Drilling“ in der Nordstraße, mittlerweile Residenz am Zoo) zum Nordplatz in die Leibnizschule.

Zum Überqueren der Eutritzscher sollten wir die Ampel nutzen, entweder die an der Parthenstraße oder die am Leihhaus*, tatsächlich aber nutzten wir den bis heute existierenden schmalen Fußweg in der Mitte der Fahrbahn. Bei Gustav Krieg holten wir uns manchmal eine Tüte Krügerol oder eine Rolle Eisdrops, durchs Fischladenfenster zwei Häuser weiter sahen wir lebendige Karpfen. Außerdem erinnern wir uns an den RFT-Laden und das Eisenwaren- oder Werkzeuggeschäft auf der östlichen Seite. Weiter hinten gab es eine Post und auch in den 70er und 80er Jahren schon kein Chausseehaus mehr, nur noch dessen Namen.

In den AWG-Blöcken gegenüber der Post wohnte eine Lehrerin, die uns die Matchbox-Kataloge ihrer Söhne geschenkt hat – eine Sensation für uns kleine bis mittlere DDR-Jungs! Matchbox-Autos angucken und – wenn Westgeld vorhanden war – auch kaufen konnten wir in den Intershops im Hotel Astoria sowie im Hotel Merkur (derzeit Westin**), beide nicht weit von der Eutritzscher Straße gelegen.

Vor wenigen Tagen erst fiel uns auf, dass die Kürschnerei in Nummer 3 (zu DDR-Zeiten und auch nach der Wende noch: Einbock – Danke, Marko!) geschlossen hat. An die einst stolze Pelzstadt Leipzig verblassen nach und nach alle Erinnerungen (siehe auch unseren Beitrag „Pelze vom Brühl“, erschienen im April 2012).

AWG = Arbeiterwohnungsgenossenschaft / RFT = Rundfunk, Fernsehen, Television

* siehe auch unseren Beitrag „100 Jahre Leihhaus“ vom Oktober 2012
** siehe auch unseren Beitrag „Wie die Hotels früher hießen“ (Dez. 2012)

Nachtrag am 17.06.2018: „Das auf dem ersten Foto abgebildete Gebäude ist nicht die alte Post“, schrieb uns Lukas, „sondern dient der Bahnstromversorgung der Straßenbahn, gehört also zu den LVB. Das zweite Foto habe ich im Jahr 1994 geschossen, es zeigt links den damals noch stehenden, aber zu dieser Zeit bereits geschlossenen Baukörper der ehemaligen Post (einstöckiger Flachbau mit heller Fassade). Er stand etwa zwischen der heutigen Tankstelleneinfahrt und dem von Euch gezeigten Haus. Im Hintergrund wird übrigens gerade die Esse des Kraftwerkes Nord abgebrochen, deshalb ist von ihr auch nur noch ein Stummel zu sehen.“ Danke für Info und Foto!

Holger fiel ein, „dass sich rechter Hand der Kürschnerei ein Spätverkauf befand! Den habe ich regelmäßig für Nachschub genutzt, wenn ich auf dem Weg zu einem Freund nach Wahren (Hopfenbergweg) war, um danach den samstäglichen Diskobesuch in Lindenthal oder Kulturhaus CAL zu zelebrieren.“ Danke! Und Julius schickte uns diese Angaben aus dem Telefonbuch von 1973: Krieg, Gustav – Eutritzscher Str. 9/11, Fischwaren – Eutritzscher Sr. 13, Postamt – Eutritzscher Str., Bahngelände. Auch hier: Vielen Dank!

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