Lachen im Hörsaal

Meigl Hoffmann

Meigl Hoffmann

Meigl Hoffmann vom Central-Kabarett hat ein neues Programm und eine neue Spielstätte. „Vom Witz getroffen“ wurde am 1. März erstmals aufgeführt – im Hörsaal der Pathologie, Liebigstraße 26. Drei Tage hintereinander ist der 43jährige dort zu Gast, anschließend trifft man ihn wieder in der Innenstadt am Markt 9.

Hoffen wir, dass er „Vom Witz getroffen“ irgendwann mal – oder besser: bald wieder in der Liebigstraße aufführt, denn schon der Hörsaal mit seinen steilen Sitzreihen dort ist ein Erlebnis. Und der passende Rahmen für ein Programm, dessen Protagonist als vermeintlich Toter in der Kühlkammer aufwacht.

Meigl Hoffmann alias Peter Paulsen liegt nur in Hygienehose, allerdings zunächst von einem Laken verhüllt, auf dem Seziertisch. Mit einem Zettel am Fuß und schwerem Kopf wacht er auf, versucht die Situation zu verstehen, der Situation zu entkommen und seine Gedanken zu ordnen. Ihm dabei zuzusehen und zuzuhören, ist eine Freude – spannend, witzig und richtig. Peter Paulsen erzählt von Privatem und Politischem, findet einen Schweinskopf, ein bisschen was zum Anziehen, aber keinen Ausweg.

In gedachten Nebenräumen tauchen Helmut Schmidt, eine Leipziger Omi, ein Medizinisch-Technischer Assistent sowie ein Rentner aus dem Ruhrpott, welcher an Herbert Knebel erinnert, auf. Meigl Hoffmann spielt sie alle – einwandfrei. Wie auch die Hauptfigur, einen bodenständig-intelligenten Kellner mit einem philosophischen Problem: Was nur kann er als Telefonjoker bei „Wer wird Millionär?“ tun, um die Freundschaft mit Paul nicht zu zerstören?

Meigl Hoffmann vorm ehem. Hotel Beckers

Meigl Hoffmann vorm ehem. Hotel Beckers

Nichts. Das Problem scheint unlösbar. Darum der Alkohol, der Absturz und das Aufwachen in der Pathologie. Darum aber auch die erhellenden Fragen, Antworten und Gedankenspiele, die Bonmots, die man sich merken möchte (zum Beispiel die über Flashmobs und Demonstrationen oder Hackfleischpreise und Wahlbeteiligung), und die entertainertauglichen Lieder von Meigl Hoffmann. Pech für Peter, Glück fürs Publikum!

PS. 1: In die engen und steilen Reihen hatten sich auch jede Menge Kabarett-Kolleginnen und -Kollegen gequetscht. Wir tippen auf neugierige Wertschätzung.

PS. 2: Meigl Hoffmann ist der Stiefenkel des Komikers Paule Beckers, welcher als Pensionär in der Leplaystraße eine Pension (später Hotel) betrieb. Mehr dazu steht in der 2012er Frühjahrsausgabe der „Leipziger Blätter“ in einem Beitrag über den Stadtgarten zwischen Leplay- und Brüderstraße.

Nächste Termine: siehe unter www.centralkabarett.de

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