Mit Will Eifell in die Moritzbastei

Henrietta und Bartek von der Slawischen Nacht

Henrietta und Bartek von der Slawischen Nacht

Am 30. November wird die Slawische Nacht elf Jahre alt und in der Moritzbastei gefeiert. Die an eine große fröhliche Familienfeier erinnernde Partyreihe gastiert zum ersten Mal im innerstädtischen Studentenclub und ebenfalls zum ersten Mal ist ein tschechischer Künstler dabei, der Liedermacher Will Eifell aus Usti nad Labem. Außerdem haben sich die Ukrainiens aus Dresden angekündigt. Rund um diese beiden Live-Acts gruppieren sich die Standards, der Chor Slavia, das gemeinsame Singen mit der Kapela Polska und am Ende eine wilde Balkan-und-Karpaten-Disko. „Das Programm wird nach all der Zeit bereits so erwartet“, erzählt Bartlomiej „Bartek“ Kiszka von der Organisationsbrigade.

Manche Gäste tauchen nach Jahren wieder auf und sagen dann: „Schön, dass es das noch gibt und die Nacht wie immer abläuft!“ Zum „wie immer“ gehören aber auch Spontaneitäten und ungeplante Einlagen, so Bartek. Manchmal entern Leute mit Instrumenten einfach die Bühne, manchmal muss bei plötzlichem Heimweh geholfen werden und manchmal ist ein eigener Koch dabei. Einmal rückten, als der Chor gerade sang, Dutzende Heavy Metaller von der Nachbarveranstaltung an, stimmten mit ein, löffelten die Suppe vom Koch und schauten einer Origamikünstlerin über die Schulter.

Seit der Schließung ihres Stammlokals, des Reudnitzer Clubs Four Rooms, zieht die Slawische Nacht durch die Stadt, notgedrungen, mittlerweile jedoch mit wachsender Neugier. „Es hat seinen Reiz, immer mal wieder ein neues Lokal auszuprobieren“, erklärt Mitorganisatorin Henrietta Meyer und schiebt nach: „Vielleicht wird die Moritzbastei ja unser neues Domizil?“ Obwohl, im Absturz, im Telegraph oder dem Laden auf Zeit mache es auch Spaß, und überall treffen die treuen Anhänger der Veranstaltung, unter ihnen sogar Mexikaner und Portugiesen, auf neues lokalgebundenes Publikum, das seinerseits Überraschendes erlebt. „Den Chor Slavia zum Beispiel erwarten normale Clubgänger nicht“, weiß Bartek. „Und der überzeugt jedes Mal!“

Bartek und seine Mitstreiter kümmern sich persönlich um alle Gäste, denn alle sollen sich wohl fühlen, allen soll es gut gehen, keiner verloren im Raum stehen. Also werden unter anderem Leute miteinander bekannt gemacht. „Bei uns sind viele Freundschaften entstanden, sogar Liebesbeziehungen“, freut sich Henrietta. Musikabende in der Wohnung von ihr und Bartek waren 2008 Ausgangspunkt der Slawischen Nächte, das deutsch-polnische Paar spielt bis heute in der Kapela Polska. Zur Hymne der Slawischen Nacht ist im Laufe der Jahre „Hej sokoły!“ geworden, ein polnisch-ukrainisches Kosakenlied. „Das kommt immer zum Schluss des gemeinsamen Singens und immer gut an. Es ist zwar eigentlich nicht fröhlich, aber trotzdem jubelt das Publikum.“ Und das besteht aus Polen und Deutschen, Russen und Ukrainern, Mexikanern und Portugiesen sowie allen anderen, die dabei sein wollen.

www.slawische-nacht.de

siehe auch unseren Beitrag „Sachsen und Polen“ vom Februar 2013

 

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