Zeitung von vorgestern II

Buntgarnwerke

Buntgarnwerke

„Wohnen wie in den Londoner Docklands – in zwei Jahren soll es auch in Schleußig möglich sein“, konnten wir am 23. September 1998 in der Leipziger Volkszeitung lesen. Und weiter: „Leipzigs erste ‚Lofts‘ entstehen in ehemaligen Buntgarnwerken“, zunächst in der Holbeinstraße.

Investoren – die nordeutsche Bauträgergesellschaft „Atrium“ – werden genannt, eine Summe von 44 Millionen Mark und die Zahl von 145 Lofts. „Auf dem Dach soll ein 500 Quadratmeter großer Garten entstehen und im Souterrain eine Tiefgarage mit 170 Stellplätzen. An der Weißen Elster, die direkt vor dem Gebäude fließt, ist eine 1000 Quadratmeter große Uferterrasse mit einem Bootssteg geplant. ‚Unsere Hausbewohner können dort auch gleich ihre Boote festmachen‘, wirbt Christian Conrad, Marketing-Experte der Bauträgergesellschaft.“

Boote festmachen? Christian Conrad? Wenn das mal nicht der Mann ist, der wenige Jahre später im Bunde mit verschiedenen Kommunalpolitikern die Privatisierung hiesiger Gewässer vorantrieb und -treibt (Cospudener See, Kulkwitzer See usw.).

Wir zitieren weiter aus der alten Zeitung: „Daß das neue Wohngebäude dann wie manch anderer frisch sanierter Leipziger Altbau halb leer steht, halten die Investoren für ausgeschlossen. ‚0-8-15-Lösungen gehen in Leipzig nicht mehr‘, sagen sie. ‚Doch wer sich auf das Besondere konzentriert, findet Mieter.'“ Und das noch: „… die 65 bis 140 Quadratmeter großen ‚Lofts‘ kosten zwischen 2900 und 3500 Mark je Quadratmeter; für dreietagige Penthousewohnungen müssen 4300 Mark pro Quadratmeter hingeblättert werden. Die Kaltmieten sollen einmal bei elf Mark liegen.“

Schöne Vorher-Nachher-Bilder u.a. der Buntgarnwerke finden sich in Armin Kühnes und Niels Gormsens Prachtband „Leipzig – Stadt des Wandels“ (Passage-Verlag 2013) sowie interessante Informationen: „Buntgarnwerke Nonnenstraße und Holbeinstraße – Der große Fabrikkomplex auf beiden Seiten der Weißen Elster entstand 1879 bis 1888 für die Sächsische Wollgarnfabrik Tittel & Krüger … Als die Produktion in den zuletzt VEB Buntgarnwerke genannten Fabrikhallen 1991 aufgegeben wurde, gab es verschiedene Projekte für eine neue Nutzung. Schließlich setzte sich die Wohnnutzung durch …“

,

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen