Zum Kaffee ins Weindorf

Beschauliches Höhnstedt

Beschauliches Höhnstedt

Das Weindorf Höhnstedt, von uns aus gesehen hinter Halle, ist normalerweise beschaulich und leer, einmal im Jahr aber herrscht hier Remmidemmi, diesmal von 30. August bis 2. September – dann wird Winzerfest gefeiert! Wir waren wenige Tage vorher im Ort, in dem es noch eine Straße der DSF gibt, immerhin auch noch eine eigene Schule, eine eigene Gemeindeverwaltung allerdings nicht mehr. Höhnstedt wurde nach der Wende zuerst Teutschenthal zugeschlagen, später dann nach Salzmünde eingemeindet.

Die Vino-Info in der Hauptstraße hinterm Touristikgebäude hält auch an Wochenenden nachmittags die Türen geöffnet sowie eine Handvoll Parkplätze bereit (das Chaos zum Winzerfest möchten wir uns nicht vorstellen), außerdem selbstverständlich Höhnstedter Wein, solchen aus Freyburg, Obstbrände und Schokolade. Überall an den Mauern leuchten die Trauben, die neogotische Kirche St. Lucia & Ottilia ist ein kleines Schmuckstück, wir fühlen uns an die 1950er Jahre erinnert, an Kindheit in der DDR und an spätere Frankreich-Urlaube in ländlichen Regionen.

Ein altes Ladenlokal lässt uns Überlegungen anstellen, was es hier wohl mal gegeben haben wird. Am Kriegerdenkmal in Form eines Schwertreliefs reimen wir uns die Jahreszahlen 1914 und 1918 zusammen und bestellen anschließend in der Gaststätte am Kelterberg zu Kindergejauchze und Hahnengeschrei einen Höhnstedter Kaffee-Pott. Für Wein war’s noch zu früh …

Trotzdem lernen wir was übers Traubengetränk! So kannten wir zum Beispiel den Johanniter bislang nur als Ritter und Sanitäter, jetzt auch als Weißweinsorte oder wissen nun dank der Informationstafeln im Ort, dass der Bacchus nicht nur griechisch-römischer Gott, sondern auch eine Kreuzung aus Silvaner, Riesling und Müller-Thurgau ist.

Von Höhnstedt geht es anschließend über Krimpe, Wils und Fienstedt durch hügelige und abgeerntete Felder zur Fähre nach Wettin. Wir fühlen uns wie der Soldat aus dem Märchen vom wundertätigen Feuerzeug, werfen darum im nächsten Wirtshaus einen Dukaten auf den Tisch für Suppe, Brot, ein gebratenes Huhn und – jetzt doch – Wein, so viel wir trinken können. Aber vom besten, Bursche!

siehe auch unsere Beiträge über das nahe Seeburg („Herbst am See I“, Oktober 2016) sowie „Ausflug nach Wettin“ (November 2015)

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