Zur engen Weste

Zur engen Weste, Zschochersche Straße

Zur engen Weste, Zschochersche Straße

Zschochersche Straße: Das Haus mit der Persilwerbung kennt jeder, Thomas Eigler sogar von innen – von 1971 bis 1978 wohnte er mit seinen Eltern und der jüngeren Schwester dort. Und darum kann er auch erzählen, dass rechts im Erdgeschoss, also zum Kanal hin, mindestens bis in die 1950er Jahre hinein die Kneipe Zur engen Weste ihre Gäste empfing. „Zur engen Weste“ – was für ein herrlich humorvoller Name für ein Lokal! Die Wirtsleute hießen Tosca und Paul, weiß Thomas von seinem Vater Uwe.

Beide sind ebenfalls Gastronomen, so wie ihre Vorfahren. Unweit der „Engen Weste“ führte beispielsweise Thomas‘ Uropa, genannt „Der Verrückte“, die Gaststätte Zum alten Deutschen. Heute handelt hier in der Lauchstädter Straße 18 (Ecke Zschochersche) eine Filiale von Bäcker Wendl mit Kuchen, Brot und Kaffee. Schräg gegenüber blühten bis in die 1980er oder möglicherweise 1990er Jahre Drei Rosen, mittlerweile hat sich in der einstigen Eckkneipe das Vietnam-Indochina-Restaurant Chumumi eingerichtet und bietet „Mr. Chu Mami’s Küche – Born 1956“. Aus dem Logo leiten wir ab, dass sich die Jahreszahl auf die Mami bezieht.

Zurück zu Vater und Sohn, die einst eng neben der „Weste“ lebten – mit Pferden im Keller, Mäusen in der Wohnung und einem Schäferhund auf dem Hof. Der Hund und die Pferde gehörten zu Futter-Wagner (während die Mäuse selbständig gewesen sind). Das Unternehmen hatte sein Büro im Haus und die erwähnten Transporthuftiere ein Geschoss unter dem Keller untergebracht. Wie das geht? Wenn man sich die Gebäude direkt am Kanal anschaut, wird’s einem klar: Die Häuser verfügen, ausgehend vom Straßenniveau, über zwei bis drei Etagen in Richtung Erdmittelpunkt.

Eine zweite Kneipe Eiglerscher Vorfahrenschaft befand sich in der Merseburger Straße 32 (Ecke Weißenfelser) und trug die traditionsreiche Bezeichnung Krug zum grünen Kranze. Unserem Geschichtsspezialisten Andreas zufolge wurde dort von 1908 bis mindestens 1988 getafelt und gezecht. Doch wir beschließen diese Erinnerungen mit der engen Weste. „Lustig ist“, so Thomas Eigler, „dass die Tochter von Toscas und Pauls Nachfolgern regelmäßig zu mir ins Café kommt.“ Ins Café Eigler im Capa-Haus an der Angerbrücke …

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