Das Café Lux (Martinstraße 13) heißt mittlerweile Ippuku Onigiri, das Ubuntu (Beuchaer Straße 2) wurde zu Schwestis, die Gaststätte Zum Kohlgarten (Zweinaundorfer Straße 35) ist verschwunden und auch die Kneipe Silberfund (Theodor-Neubauer-Straße 38), in der sich einst die Bubima-Gesellen ihr Feierabendbier hinter die Binde kippten, macht einen geschlossenen Eindruck. Dafür können wir jetzt an der Ecke von Zweinaundorfer und Wichernstraße bei Lui Lui Eis essen.
Unterwegs mit den Eltern in Anger-Crottendorf kamen Erinnerungen aus der Deckung, Mutti wohnte in der Crottendorfer Straße und musste ab und zu mit dem Söhnchen die Poliklinik Ost in der Theodor-Neubauer-Straße 32 aufsuchen, die schicke Fabrikantenvilla mit dem imposanten Torbogen. Außerdem lief sie Jahre zuvor an der Hand ihrer Eltern regelmäßig zum Garten hinten in der Rosenaue.
Vati hatte sein Kinder- und Jugendzimmer in der Holsteinstraße und ging von dort tagtäglich in die Wichernstraße, um seiner Oma Essen zu bringen, oder später durchs große Tor in der Zweinaundorfer Straße zu Karl Krause bzw. Polygraph bzw. Bubima, um Lehr- anstelle von Herrenjahren zu verbringen. Über das inzwischen auf dem Gelände herangewachsene Wäldchen konnte er gar nicht genug staunen.
Wir wiederum staunen immer wieder gern über Admiral Brommy (1804-1860), den ersten deutschen Admiral, der aus Anger stammte und in der Breiten Straße 15 geboren wurde. Sein Flaggschiff war die Barbarossa. An die oder eher an die Arche Brommy mussten wir denken, als wir den Spielplatz im Garten der Trinitatiskirche fotografierten. Carl Rudolph Bromme diente u.a. auch in der griechischen Marine zur Zeit des aus Bayern geholten griechischen Königs Otto.
Zurück auf festem Boden spazierten wir am Container von Sphere Radio und der alten Feuerwache Ost (Ostwache) vorbei die Treppe hinauf auf den früheren Bahndamm. Abgesehen von der Fläche direkt über der einspurigen Durchfahrt wirkt es da oben noch ziemlich holterdipoltrig, erst in Sellerhausen an der Wurzner Straße hat der Parkbogen Ost erkennbar Gestalt angenommen, auch wenn er dort zur Zeit noch gesperrt ist.
Der Anger-Cottendorfer Anzeiger, den der Bürgerverein des Stadtteils auf seiner Internetseite zum Herunterladen bereithält, beschäftigt sich in seiner aktuellen Ausgabe ausführlich mit dem Thema* und darüber hinaus u.a. mit der Zukunft der Ostwache, einem Bauturbovorhaben am Ramdohrschen Park und einer Aufmöblerin in Herbarts Garten – äußerst interessante, sehr lokale Geschichten!
bv-anger-crottendorf.de +++ bromme-gesellschaft.de
* am 9. Mai 2026, 15 Uhr, findet ein Rundgang entlang des Parkbogens statt, Treffpunkt ist die Treppe am „Polygraphplatz“

