Am Dölitzer Schacht

Glück auf

Glück auf

Vor kurzem besuchten wir eine befreundete Familie in ihrem gar nicht so kleinen Kleingarten in der Nähe des Dölitzer Schachtes. Logisch, dass wir bei der Gelegenheit mal rüber liefen und das Industriedenkmal aus der Nähe betrachteten. „Glück auf!“ steht da als Gruß an der Wand, Freunde aus Borna und Riesa grüßen so – für Leipziger Ohren klingt das trotz der ehemaligen Nähe zur Braunkohle (heute Neuseenland) eher exotisch.

Auch die abblätternde Bergmänner-Parade gegenüber der historischen Schachtanlage hätten wir im Erzgebirge, aber nicht hier in der Tieflandsbucht erwartet. Über den Bergleuten, die sich nicht mehr lange an der Wand halten können werden, steht eine Parole aus DDR-Zeiten, irgendetwas mit „Fortschritt“ und „Welt“. Eine Liedzelle der Band Welle Erdball drängt sich uns zwischen die Ohren: „Fortschritt ist kein leerer Wahn, kommt, stellt die Maschinen an!“

Die Maschinen vom Schacht Dölitz wurden vor Jahrzehnten ausgestellt. Schautafeln am Zaun in der Frederikenstraße geben Auskunft. Im Internet findet man ebenfalls Daten und Fakten, den echten Eindruck aber bekommt man, wenn man vor der hierzulande seltenen Anlage steht, den sachlich-schönen Förderturm mit eigenen Augen sieht und das dazugehörige ziemlich große Fachwerkgebäude. Am Tag der Industriekultur, am 31. August 2013, ist mal wieder eine echte Besichtigung möglich.

Die Schachtanlage diente laut Aushang der Untertagegewinnung von Braunkohle (üblich waren die Tagebaue, also die Übertagegewinnung), sie war von 1905 bis 1959 in Betrieb und ist die letzte erhaltene ihrer Art im ehemaligen Bornaer Braunkohlenrevier.

www.schacht-doelitz.de, www.industriekulturtag-leipzig.de

Nachtrag am 02.09.2013: In ihrem Bericht über den Tag der Industriekultur schreibt die Leipziger Volkszeitung, dass die Interessierten vor Ort nicht auf das Gelände der ehemaligen Schachtanlage Dölitz konnten, „weil es seit Anfang des Jahres in Privatbesitz ist“.

Nachtrag am 06.09.2013: In der Beilage Stadtleben der LVZ lesen wir: „Unterdessen sucht die alte Schachtanlage schon wieder einen neuen Eigentümer. Das über 100 Jahre alte Industriegebäude mit dem imposanten Förderturm wird im Internet für 130 000 Euro angepriesen.“

Nachtrag am 21.03.2014: Es gibt neue Eigentümer! Die LVZ stellte sie kürzlich vor, eine Künstlerfamilie aus Berlin. Heute weist die Zeitung auf den 96. Dölitzer Abend hin, an dem es um den Schacht gehen soll. Zu lesen ist u.a.: „Nach 2000 erfolgten durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) umfangreiche Sicherungsmaßnahmen. In den Jahren 2004 bis 2006 wurde der Maschinenhaus-Komplex denkmalgerecht umgebaut. Vor dem Eigentumsübergang vom Freistaat Sachsen an eine Immobilienfirma zum 1. Januar 2013 wurde das Schachthaus nochmals saniert. Das Denkmal stand zum Verkauf.“

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