Auf dem Bahndamm

Beavis oder Butthead?

Beavis oder Butthead?

In einem Anger-Crottendorfer Gartenlokal kamen wir vor wenigen Tagen mit zwei Typen ins Gespräch, die sich Beavis und Butthead nannten und dazu eigenartig husteten und lachten. Sie wirkten wie 90er-Jahre-Fernsehstars. Interessant aber war, was sie zwischen Räuspern, Aufstoßen und „Cool!“-Schreien zu berichten wussten, sie hatten nämlich eine Exkursion auf den Bahndamm zwischen Anger-Crottendorf und Sellerhausen gewagt.

„Dort oben liegen keine Schienen mehr, nur noch ein paar Schwellen und Schotter ohne Ende – hähä!“, sagten sie. Man könne schön ins Karl-Krause-Wäldchen am alten Polygraph-Gebäude schauen, in die vielen, vielen Kleingärten und über den Sportplatz von Motor Ost bis in die Stadt. Außerdem wären Blicke „von oben herab“ auf die Zweinaundorfer und die Wurzner Straße möglich – eine nicht alltägliche Perspektive! Allerdings sei auch kurz nach dem Überqueren der besagten Magistralen Schluss mit Wandern, da stünden jeweils Zäune im Weg.

Das glaubst Du nicht! Keine 48 Stunden nach dem Gespräch erreichte uns die Nachricht vom Industriekultur Leipzig e.V., am 21. Mai fände eine Führung auf dem alten Bahndamm, dem angedachten Parkbogen Ost, statt. Wer sich bis 13. Mai anmeldet und am 21. früh um zehn mit festem Schuhwerk und gefüllter Trinkflasche in der Theodor-Neubauer-Straße 60 (ehem. Polygraph, ehem. S-Bahn-Haltestelle Anger-Crottendorf) einfindet, darf ganz legal hinauf und erfährt noch was zum Stand der Dinge.

„Hier nehmt“, husteten Beavis und Butthead in unsere Richtung und hielten uns einen USB-Stick hin: „Da sind Bilder drauf, die könnt Ihr verwenden.“ Ja, es gibt wirklich nette Kollegen. Vielen Dank dafür!

www.industriekultur-leipzig.de · koenigreich-crottendorf.de

Nachtrag 1: Das Polygraph-Gebäude in der Theodor-Neubauer-Straße wurde früher auch Bubima genannt, für Buchbindereimaschinenwerk. (Laut LVZ vom 03.12.2016 wird es ab 2017 saniert, 100 Eigentumswohnungen sollen entstehen.)

Nachtrag 2: Die Führung am 21. Mai 2016 fällt leider aus.

Nachtrag 3: Am 24. November 2016 versandte die Stadt Leipzig (Dezernat Stadtentwicklung und Bau) eine Presseinformation zum Parkbogen Ost, aus der wir hier zitieren: „Der Parkbogen Ost der in den kommenden Jahren schrittweise entstehen soll, bildet als ‚grünes Aktivband‘ eine Grün- und Wegeverbindung zwischen Zentrum und Leipziger Osten, die in die angrenzenden Quartiere ausstrahlen und dort weitere Projekte anstoßen soll. (…) Die Idee, die von der Deutschen Bahn nicht mehr genutzten Teile des östlichen Bahnbogens zu einer Wegeverbindung auszubauen, stammt aus der Bewohnerschaft.“

„Der Parkbogen Ost beginnt mit dem Südabschnitt am Johannisplatz und verläuft dann über den Lene-Voigt-Park und die Anger-Crottendorfer Bahnschneise nach Osten. Dieser Abschnitt ist in den letzten 15 Jahren bereits hergestellt worden, so dass nur noch Anpassungen erforderlich sind. Am Ende der Bahnschneise und mit Beginn des Ostabschnitts biegt der Parkbogen auf dem Sellerhäuser Bogen nach Osten ab. Hier verläuft er u.a. auf dem Sellerhäuser Viadukt. Perskeptivisch soll er im weiteren Verlauf nach Westen zum Hauptbahnhof führen. Dabei sind grundsätzlich zwei Varianten denkbar.“

„Die Umsetzung ist ein langfristiges Vorhaben mit einem Zeithorizont von etwa 25 Jahren und erfordert die tatkräftige Mitwirkung vieler Akteure. Die Verfügbarkeit noch zu erwerbender Grundstücke, die Bereitstellung öffentlicher Mittel und die Mobilisierung privaten Kapitals spielen dabei eine wichtige Rolle. Derzeit wird von einem Finanzbedarf in Höhe von 41 Millionen Euro ausgegangen. Der Parkbogen soll in drei Teilabschnitten realisiert werden. Als erstes wird der Ostabschnitt – der Sellerhäuser Bogen – in Angriff genommen. Fördergelder aus dem Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus sowie dem EFRE-Programm stehen bereit. Voraussichtlich im zweiten Quartal 2017 soll es dazu einen Wettbewerb geben.“

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