Das Gohliser Klein-Paris

Klein-Paris in der Coppistraße

Klein-Paris in der Coppistraße

(M.K.) Man muss den Blick schon bis in die dritte Etage heben, um Klein-Paris zu sehen. Der beliebte alte Spitzname unserer Stadt prangt oben von der Fassade des Eckhauses Coppistraße 81. Das Spruchband noch darüber – „Bauen ist jene Lust haet ich gewußt was kust haet ich’s gelußt“ – ist witzig, von eigenartig altertümlicher Sprache und lässt auf Probleme schließen, die dem Bauherrn im Vorfeld nicht klar gewesen sind. Immerhin hat er sie, als er sie dann kannte, mit Humor getragen.

Das Gebäude, um das es hier geht, wurde zwischen 1909 und 1911 an der Ecke von Lothringer (heute Coppistraße) und Friedrich-Karl-Straße (heute Sasstraße) durch Röthigs Terraingesellschaft errichtet. Bauherr, Architekt, Eigentümer und zu Teilen auch Nutzer war Curt Laux. Als Architekt ist der vor allem in den nördlichen Stadtteilen Gohlis, Wahren und Möckern tätig gewesen, unter anderem zeichnete er für das 1912 eröffnete Olympia-Kino (später Klubheim Samuel Heinicke) in der Huygensstraße 1 verantwortlich.

Von Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg glücklicherweise verschont, zählt Laux‘ Klein-Paris – nach einer behutsamen Sanierung – heute zu der authentischsten Bauten der Reformarchitektur in Gohlis. Das Haus verfügt über eine abwechslungsreiche Fassadengestaltung mit Putz- und Kunststeingliederungen, figürlichem Schmuck sowie Balkonen samt schmiedeeiserner Gitter. Der große Erker in Richtung Sasstraße wurde schräg zur Straße angeordnet, was ungewöhnlich ist.

Im Erdgeschoss befinden sich straßenbildbelebende Ladengeschäfte, unter anderem das Kern & Stein, eine „Manufaktur für regionale Feinkost“. Chefkoch Ralf Bitzer bereitet zum Beispiel Konfitüren, Säfte und Sirup zu und hat neben Likören aus Lindenau, Honig oder Dauerwurst auch das Leipziger Dreierlei und das Leipziger Brunch-Geflüster im Angebot. Nicht weit weg ist das Speck, ein ähnliches Geschäft in der Michael-Kazmierczak-Straße 33.

Herzlichen Dank an Marko für Idee, Entwurf und Informationen!

siehe auch unsere Beiträge „Du und ich und Klein-Paris“ (Mai 2017) und „Huygensplatz gestern & heute“ (Dezember 2018)

Nachtrag: Der abgebildete Bus gehört ziemlich sicher der www.kleinpariscrew.de. Auf YouTube findet Ihr außerdem die Leipzig-Hymne „Klein Paris“ von Marcell Heinrich (ehemals Marcelemcy) und Freunden.

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