Das Kopfkino der Maria Sch.

Maria Schüritz (Foto: Ruslan Hrushchak)

Maria Schüritz (Foto: Ruslan Hrushchak)

Maria Schüritz, 1985 geborene Museologentochter, ist in Leutzsch aufgewachsen und schon als Kind im KAOS in der Lindenauer Wasserstraße rumgesprungen. Seit ’92 trifft man sie in diesem idyllisch an Wald und Wasser gelegenen Freizeithaus – mittlerweile auf der Seite der Betreuer. Wir trafen uns im Café Eigler am Straßenbahnhof Angerbrücke und besprachen ihre zweite Solo-CD „Lieder aus dem Kopfkino“. Deren Erscheinen wird am 12. Mai im Laden auf Zeit gefeiert.

Hast Du ein Lieblingskino in Leipzig?

Am liebsten gehe ich in Konzerte, und wenn es schön ist, mache ich die Augen zu und – voilà! – da ist das Kopfkino. Ansonsten gehe ich recht selten ins Kino. Wenn, dann in die kleinen feinen, Passage, Cineding, Prager Frühling, die, in denen eben die schönen Filme laufen.

Wo schreibst Du Deine Lieder – auf Dächern, am Feldrand, im Auewald?

Wenn man dort wirklich so viel Ruhe hätte, wie man dafür braucht, wär das natürlich traumhaft! Es ist eher so: Ich sitze nachts auf meinem dunkelroten Sofa und hab das Gefühl, dass da was raus will. Dann blättere ich irgendein Magazin durch, meist den Kreuzer, und bleibe an einem interessanten Foto, Gemälde oder ähnlichem hängen. Und das werden ganz oft die Vorlagen zu meinen Songs.

Sind die Bilder im Booklet Deiner CD also tatsächlich die Textauslöser?

Ja, genau! Für das Booklet habe ich diese Bilder im Treppenhaus abfotogafiert und für die Songs, die anders entstanden sind, kleine Szenen inszeniert, die zu der Geschichte des Songs passen.

Wenn Du als studierte Kulturwissenschaftlerin und –pädagogin auf Deine Kindheit blickst, entdeckst Du da den Tag, ab dem Du Musik machen wolltest?

Da mein Papa mir schon, als ich Baby war, jeden Abend zum Einschlafen Lieder gesungen hat und ich großen Spaß daran hatte, war das vielleicht vorgezeichnet. Später habe ich dann klassische Gitarre gelernt und irgendwann entdeckt, dass ich mich mit der Stimme noch viel direkter und unmittelbarer ausdrücken kann. Da war ich etwa 15, 16 Jahre alt – seitdem ist es klar: Ich will singen.

Wann kam die Loop-Station hinzu?

Im Sommer 2008. Ich begann gerade, mich mit freier Improvisation zu beschäftigen, da stand in einem Workshop in der Hochschule für Musik und Theater plötzlich diese Loop-Station vor mir. Und dann singt man auf einmal ganz leicht mit sich selbst mehrstimmig und baut sich im Handumdrehen seine eigene Band. Großartig! Da kann man mal so richtig schön verschwenderisch Soul-Chöre einsingen. Als Stevie-Wonder-Fan mag ich es ja, wenn Songs recht voll sind. Im Moment liegt mein Fokus aber nicht mehr ganz so stark auf dem Loopen, weil die neuen, gedichthaften Songs mit ihren komplexeren Harmonien und Abläufen nach einem reduzierteren Arrangement verlangen.

Statt der Loop-Station wirkten insgesamt acht Gastmusiker an Deiner neuen CD „Lieder aus dem Kopfkino“ mit. Werden wir die alle beim Release-Konzert erleben?

Nicht ganz alle. Den Kontrabass spielt Felix Kaduk, ein sehr sensibler Bassspieler, mit dem ich erst bei Funky Zebra, dann lange im Duo beziehungsweise Trio gespielt habe – auch viele der Kopfkino-Songs. Martin Wille, ein toller Keyboarder, der sich prima im Soul auskennt, spielt erstmals live mit. Er hat auch den Titeltrack „Im Kopfkino“ so wunderbar veredelt! Daniel Mariano – seit mehr als neun Jahren der zweite Teil von Damario – ist für Percussion und etwas Groove-Gitarre dabei, und Clara Kaduk spielt Posaune und singt Background. Ich habe sie Die Cineasten getauft.

Letzte Frage: In welchem wunderschönen Pariser (?) Treppenhaus habt Ihr die aktuellen Bilder von Dir und dabei auch das CD-Cover aufgenommen?

In Leipzig (!) gibt es ja unglaublich viele wunderschöne Häuser. Und manchmal muss man nur um die Ecke fahren, gleich um die Ecke vom Lindenauer Markt …

www.maria-schueritz.de

Record-Release-Konzert: 12.05. Laden auf Zeit, Kohlgartenstraße 51

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