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Die Schlippen von Zschocher

Die Schlippen von Zschocher
Schlippe vom Kantatenweg hoch zur Windorfer Straße
Schlippe vom Kantatenweg hoch zur Windorfer Straße

Nicht nur in Kleinzschocher, sondern in ganz Leipzig findet man Schlippen, schmale Fußwege bzw. Durchgänge, die zwischen Häusern, Höfen und Grundstücken von einer Straße zur anderen führen, zwischen Dieskaustraße und Kantatenweg jedoch gefallen sie uns besonders. Fast wie Geheimpfade kommen sie uns hier vor. Befindet Ihr Euch auf der Dieskaustraße, fällt Euch gegenüber der Einmündung der Creuzigerstraße (siehe auch unseren Beitrag „Bei Bäcker Sperling“ vom Februar 2016) die erste Schlippe auf.

Folgt ihr, wie andere Radfahrer, Hundeausführer und Wegeerlediger auch, und Ihr landet zwischen Autohandel und Kräuterladen in der Windorfer Straße. Wenn Ihr diese überquert, seid Ihr schon im Obstgarten, einer weiteren, besonders hübsch gestalteten Schlippe. Der Weg schlängelt sich unter Bäumen entlang, eine Bank lädt samt Laubdach zur Rast, später entdeckt Ihr den Thron des Apfelkönigs und steht schließlich im Kantatenweg, benannt nach Johann Sebastian Bachs hier in der Nähe aufgeführter Bauernkantate. An einer Toreinfahrt am Fuße der Taborkirche erinnern zwei Gedenktafeln daran, eine alte und eine neue (siehe auch unseren Beitrag „Die Löwen von Zschocher“ vom Februar 2013).

Doch zuvor an der Hausnummer 17 trefft Ihr erneut auf eine Schlippe, und weil hier – untypisch für unsere Stadt – Höhenunterschiede zu überwinden sind, handelt es sich um eine Schlippe mit Treppe. Unten am Kantatenweg wartet unter hohen Parkbäumen ein Spielplatz, oben an der Windorfer Straße angekommen, findet Ihr Euch zwischen zwei ziemlich normalen Häusern wieder.

Streng genommen müssten wir es bei diesen drei Exemplaren belassen, doch wollen wir auch den parkartig gestalteten Martinsplatz zwischen dem Johannes-Kepler-Gymnasium und der in Renovierung befindlichen Tauchnitzvilla (siehe unseren Beitrag „Monte Carlo und Karl Tauchnitz“ vom April 2013) sowie die Wege vor der von ihren einstigen Bauherren perfekt platzierten Taborkirche mit zu den Schlippen von Zschocher zählen.