Aktenzeichen L.E. ungelöst I

Bf. Leutzsch im Dezember 2010

Bf. Leutzsch im Dezember 2010

Als Blogger müssen wir nicht zwangsläufig Aktuelles bringen, sondern können uns auch anlasslos Vergangenem widmen, wie mal wieder dem Bahnhof Leutzsch. Wir haben Bilder aus der Zeit vor Abriss, Umbau und Verlegung in die Hände bekommen. Es gab dort einmal fünf überdachte Bahnsteige …

Und: Kennt Ihr das bis heute existierende Kugel- oder Kugelstoßerdenkmal vor der Bahnmeisterei? Kurios ist, dass scheinbar keiner was darüber weiß. Unsere spontane Idee: Das Ding ist dem besten Kugelstoßer der betriebssportlich organisierten Eisenbahner im Jahr 1982 gewidmet.

Nach Angaben alter Auskenner muss der Stein jedoch vor 1960 schon gestanden haben, eventuell für im Ersten Weltkrieg gefallene Eisenbahner. Da passt die an napoleonische Zeiten erinnernde Kanonenkugel allerdings nicht – stammt die vielleicht vom Kugeldenkmal am ehemaligen Waldhof? Eine andere Variante lautet: Ernst Thälmann soll einmal in der Villa Hasenholz gesprochen haben und das Denkmal gilt ihm. Da passt die altertümliche Kugel ebensowenig.

Vom Waldhof Leutzsch (nicht zu verwechseln mit dem in Lindenau, vordere William-Zipperer-Straße) gibt es Postkarten, u.a. von 1895 und 1911, die ein Kugeldenkmal ähnlich dem am Kartenvorverkaufsfenster der Moritzbastei zeigen – übrigens auch einen gar nicht so kleinen Waldhofteich!

Das im Internet verfügbare Leipziger Adressbuch von 1949 nennt als Anschrift der Restauration die Rathenaustraße 552. Gemeint ist garantiert die 52, denn so lang sind ja nicht mal die Prager, die Georg-Schumann- oder die Karl-Liebknecht-Straße. Das Grundstück mit der Hausnummer 52 könnte von Lage, Bebauung und Gelände auch gut ein Ausflugslokal gewesen sein.

Jetzt noch was anderes: Das Tor, durch das man von der Straße zu den Bahnsteigen und umgekehrt gelangte (gut zu sehen auf dem Foto vom Oktober 2011), wurde früher „Milchtor“ genannt, weil man durch dieses einst größere Mengen Milch zum Zug gebracht hat. Wir haben außerdem ein Bild von der alten Bahnsteigunterführung dabei; die verfügte über zwei Ausgänge, einen zur Rathenaustraße und einen in Richtung Ritterschlösschen.

(siehe auch unseren Beitrag „Stellwerke und Wohnhäuser“, Februar 2015)

Nachtrag am 30.01.2015: Blogger-Kollege Henning Uhle hat das Thema Kugeldenkmal aufgegriffen. Schön! Vielleicht lösen wir das Rätsel gemeinsam.

Nachtrag am 23.01.2017: Wir haben das Kugeldenkmal erneut fotografiert, wissen aber immer noch nicht mehr darüber.

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