Spinattorte im Sitzen

Da geht's lang - Cornelia Schnoy und Henner Kotte

Da geht’s lang – Cornelia Schnoy und Henner Kotte

Stadtführung im Sitzen – das klingt verrückt (wenn man von Busfahrten absieht), ist aber ganz gemütlich. Gestern abend erlebte das Café Eigler die erste Ausgabe dieser neuen Reihe. Cornelia Schnoy und Henner Kotte hatten gerufen, und um die 50 Leipzigerinnen und Leipziger waren dem Ruf gefolgt. Touristen saßen wahrscheinlich nicht in der Runde, es wirkte vertraut, fast familiär – und ging vor allem um Lindenau, ein bisschen um Plagwitz, um Karl Heine und dessen Kanal- und Städtebau, um den Lindenauer und den Stadthafen sowie um Lene Voigt.

Kotte erzählte und gestikulierte, die „liebliche Assistentin“ und gleichzeitige Chefin Schnoy wachte über die Richtigkeit und Wichtigkeit der Fakten. So konnte das unterhaltsame Duo einander abwechseln und die Angelegenheit auch auf diese Weise kurzweilig halten.

Schnoy stammt aus Eutritzsch, während Kotte zwar in Dresden aufgewachsen ist, sich aber seit seinen Studientagen viel lieber und darum dauerhaft in Leipzig aufhält. Fragt ihn aber bloß nicht nach Mord und Totschlag, dann nämlich bricht er das vorher Gesagte mitten im Wort ab und wird zum Wasserfall in der Wasserstadt – über schrecklich-skurrile Verbrechen und deren Umstände lässt er sich am liebsten aus. Sein Vortrag über das historisch-dramatische Geschehen an der Heiligen Brücke verband Stadt- und Kriminalgeschichte zur Freude aller.

Das Publikum durfte den ganzen Abend über hineinfragen und –reden und nutzte diese Möglichkeit höflich, lustig und interessiert. Am Ende sollte es sich sogar die Themen der nächsten Sitzrunde wünschen. Und so hören wir am 28. Februar etwas über Leipziger Theater(-geschichte) und das Waldstraßenviertel.

Bereits am 14. Februar bittet ein Kotte-und-Schnoy-Kollege, der Gästeführer Frank Baacke, ins schmucke Lokal im Capahaus, um über „Das litterarische Leipzig“ zu informieren (Baackes Veranstaltung ist ebenfalls Teil einer monatlichen Reihe). Vielleicht wagen wir uns dann an die unter anderem von Cornelia Schnoy empfohlene, uns jedoch seltsam erscheinende Spinattorte heran …

Zwei Sachen noch: Das Café Eigler verfügt über eigene Bierdeckel – als ehemalige Sammler finden wir das toll! Und bei der kommenden Stadtführung im Sitzen muss eine Leinwand her, der Fernsehbildschirm war eindeutig zu klein.

Nachtrag am 03.02.2018: So, die Spinattorte haben wir gekostet. Einwandfrei! Sie schmeckt nicht nach Spinat, obwohl wirklich welcher drin ist. Zusätzlich gönnten wir uns ein Stück Himbeeraprikosesahnetorte, auch das war ebenso Augenweide wie Gaumenfreude!

www.cafeeigler.de

siehe auch unseren Beitrag „Winter am Capa-Haus“ (Januar 2013)

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