Schöner als Neuschwanstein

Sächsisches Wappen in Halle (Paulusviertel)

Sächsisches Wappen in Halle (Paulusviertel)

Der Spruch „Recht muss Recht bleiben“ prangt über der Eingangstür – das Landgericht in Halle ist aber nicht nur für Studenten der Juristerei, sondern vor allem für Liebhaber von Architektur und Geschichte einen Ausflug wert. Es steht repräsentativ am Hansering unserer Schwesterstadt, eine spiralförmige Tiefgarage und das Fahnendenkmal aus DDR-Zeiten befinden sich direkt gegenüber. Den ebenfalls sehr sehenswerten Renaissance-Friedhof Stadtgottesacker erreicht Ihr von dort zu Fuß in weniger als fünf Minuten.

Dank einer in Halle wohnenden Freundin erlebten wir vor einigen Tagen die Führung „Wo Justitia zu Hause ist“ (buchbar über halle-tourismus.de). Jeden ersten Sonnabend im Monat geht es für eine gute Stunde durch das riesige Gerichtsgebäude, dabei werden u.a. die Baugeschichte und der Bauschmuck, wie die symbolisch für verschiedene menschliche Eigenschaften stehenden Tiere, erklärt, die Sitzungssäle – Erste und Zweite Zivilkammer, Kammer für Handelssachen usw. – gezeigt und nicht zuletzt das imposante Treppenhaus.

Das Landgericht wurde in den Jahren 1903-05 im Stile des Historismus erbaut, damals gehörte Halle zur preußischen Provinz Sachsen. Von außen schon beeindruckend wirkt der Bau im Inneren wie ein Märchenschloss. „So stellen wir uns Neuschwanstein vor“, entfuhr es uns, die wir in diesem Falle die Touristen waren. Eine einheimische Teilnehmerin der Führung, die bereits in Ludwigs II. Lustschloss weilen durfte, sagte daraufhin: „Das hallische Landgericht ist schöner.“ Um so besser, dann haben wir es von Leipzig aus nicht so weit!

Wieder zu Hause angelangt, fragten wir uns, welche Gerichte wir so in der Stadt beherbergen? An erster Stelle das an den Reichstag erinnernde Bundesverwaltungsgericht (vormals Reichsgericht, später Dimitroffmuseum, erbaut 1888-95), diesem gegenüber das Landgericht in der Harkortstraße sowie das Amtsgericht in der Bernhard-Göring-Straße, weiterhin das Finanzgericht in der Richterstraße (super Adresse!), das Sozialgericht in der Berliner Straße und mindestens noch das Verwaltungsgericht in der Rathenaustraße.

siehe auch unsere Beiträge „Ausflug nach Halle“ (Juli 2016) und „Was vor Gericht wirklich zählt“ (Januar 2019) sowie zur preußischen Provinz Sachsen „Noch mehr blaue Schilder II“ (Mai 2016) mit einem Exponat aus Halle

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