Ab in die Gartenkneipen IV

Prießnitzbad (über dem X) auf einem Stadtplan von 1954

Prießnitzbad (über dem X) auf einem Stadtplan von 1954

Fassbrause (0,4 Liter für 1,90 Euro), Kännchen Kaffee für 2,30 Euro und Leipziger Gose in neun Mixgetränk-Varianten bekommt Ihr in der von uns nicht zum ersten Mal besuchten Waldluft. Diese Leutzscher Gartenkneipe liegt wirklich im Wald, weswegen sie sich für heiße Sommerabende eignet und zu recht mit Waldluftbrot, Waldengel (Gose mit Kirschlikör, Sirup und Orangensaft) oder Waldhuhn-Salat Originalität beweist.

Wir bestellten allerdings die Auwald-Pfanne (auch ein schöner Name; 8,90 Euro) und – wie fast immer – Bauernfrühstück. Und beim nächsten Mal vielleicht die Kneipenklassiker Sülze, Steak au four oder Steak mit Letscho (die letzten beiden kosten jeweils 7,90 Euro). Dann möglicherweise wieder beim unterhaltsam-amüsanten Chef – diesmal waren wir an eine sehr schüchterne Kellnerin geraten.

Auch in der Frischen Priesse waren wir bereits zu Gast und damals schon angetan gewesen. Das Lokal ist am einfachsten von der Rietschelstraße aus erreichbar. Orientiert Euch am Sportplatz von TuS Leutzsch (Ecke von Rietschel- und Prießnitzstraße) und geht dann immer geradeaus in die Gartenanlage hinein.

Namensgeber Vincenz Prießnitz (auch Priessnitz), einem Naturheilkundler, ist zwischen Freisitz und Spielwiese ein Denkmal gesetzt. Spätestens wenn Ihr das seht, wisst Ihr, warum die Brise hier Priesse geschrieben wird. Und wenn Ihr mehr wissen wollt, fragt den freundlichen Wirt nach der Chronik. Die stammt von 2008 und ist anlässlich des 100. Geburtstages des Kleingärtnervereins Priessnitz-Morgenröte zusammengestellt worden.

Die Prießnitzgärten an der Grenze von Leutzsch und Lindenau entstanden 1908 im Zusammenhang mit dem Bau des Prießnitzbades. Das befand sich hinter dem Zaun an der Spielwiese und wurde 1988 geschlossen. 1994 erfolgte der Abriss der Anlagen und die Rekultivierung des Geländes. Aus der Chronik erfuhren wir, dass das Wasser des Bades aus einem eigenen Brunnen kam und in großen Öfen erwärmt wurde.

Zum Kulinarischen: Die Priesse-Küche ist frisch wie ihr Name und sehr empfehlenswert. Wir erfreuten uns an Zigeunersteak mit Pommes frites und Salat bzw. Braumeistersteak mit Bratkartoffeln in Schwerarbeiterportionierung für je 9,90 Euro. Außerdem fuhren am Tisch Eisbeinsülze sowie Tagliatelle mit Pfifferlingen großes Lob ein. Fassbrause (= rote Limo) und Vita-Cola dazu kosten hier 2 Euro pro 0,4-Liter-Glas.

Das Prießnitzbad ist auch im Buch „Leipzig geht baden – Vom Pleißestrand zum Neuseenland“ (Pro Leipzig, 2004) erwähnt und abgebildet. Zunächst war es ein Licht-, Luft- und Sonnenbad. „1912 entstand das Schwimmbecken. Es war das erste gemauerte und beheizte Freischwimmbecken Deutschlands und zudem das einzige Bad dieser Art im Besitz eines Gartenvereins. Das Wasser stammte aus dem eigenen Brunnen und hatte wegen seines Kohlensäuregehalts Heilqualitäten.“

www.waldluft-leipzig.de
www.frischepriesse.de

,

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen