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Bücher, Film und Whisky im Raum 16

Literarischer Salon im Raum 16

Als ehemalige Kleinverleger (Fünf Finger Ferlag) beobachten wir heutige Kleinverleger mit besonderer Sympathie und Interesse. Die Edition Outbird sehen wir als ideellen Nachfolger der Edition PaperOne an, u.a. wegen Michael Schweßingers Aktivitäten. Diese, konkret dessen Bukarest-Reise*, spielen im Literarischen Salon am 21. Mai auch eine Rolle. Wir sprachen mit Tristan Rosenkranz.

Seit wann gibt es Euern Literarischen Salon in Leipzig und wo hat er bisher stattgefunden?

Unseren ersten Literarischen Salon gab es im März 2017 im Beyerhaus, danach fand er ausgenommen die Corona-Jahre jährlich in der Kunstgalerie Raum 16 statt, welche zum Sinnträger Tattoo Studio gehört.

Der Raum 16 (in der Windscheidstraße 51, hinterm Werk 2) dürfte, wenn wir das richtig im Gedächtnis haben, mal eine Kegelbahn gewesen sein …

War er vor vielen Jahren, das stimmt. Der Raum ist speziell, besonders. Mit einem Haufen gleichgesinnter Literaturfreunde entsteht da schnell eine familiäre Atmosphäre, das wird bisweilen eine lange Nacht.

Neben Literatur kündigt Ihr auch Kurzfilme und Getränke an. Wie läuft so ein Salon ab?

Während es früher eher Leseshows mit verschiedenen Autor/innen waren, ist es dieses Jahr ein Line-Up, welches sich aus Lesungen, einem Lesekonzert und abschließend dem Kurzfilm „Vom östlichen Rande“ zusammensetzt. Der Anspruch ist ein guter Spannungsbogen, eine Steigerung mit einem besonderen Ende. Ich hoffe sehr, dass die Stimmung von Künstler/innen und Publikum auch diesmal wieder großartig sein wird.

Was genau habt Ihr für den 21. Mai geplant?

Der Auftakt übernimmt Christian Mahlow mit seiner surrealen Kafkaeske „Die Walin“, gefolgt von Lauscher, einer irre energetischen Prog-Rock-Formation von Dominique M. und Tine Täger, die den ersten Teil des derzeit entstehenden und im September erscheinenden Romans „Ephemer“ mit Singender Säge und Waldzither vertonen. Nach einer Pause zieht Ulrike Serowy die Zuhörer mit „Wölfe vor der Stadt“ in ihren dunklen, nebulösen Bann, gefolgt von M. Kruppe, der aus dem ebenfalls derzeit in Vorbereitung befindlichen Erzählband „Lange Nächte in Tampere“ über seine Finnlandreise im Frühjahr lesen und erzählen wird. Den Abschluss bildet Michael Schweßingers Aufenthalt in Bukarest, ganz wunderbar melancholisch verfilmt von Marcel Schreiter. Und wer den besonderen Genuss möchte, bekommt an der kleinen internationalen Whiskybar ein feines Tröpfchen dazu gereicht.

Wie sind Eure Erfahrungen, ist das Publikum durch die Corona-Jahre lethargisch bzw. auch nur zurückhaltend geworden?

Leider lässt sich das tatsächlich derzeit beobachten: Die so unterschiedlichen Kultur-Institutionen Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Spiegelzelt Weimar zum Beispiel berichteten unabhängig voneinander von spürbaren Vorverkaufseinbrüchen.

Literarischer Salon: 21.05. 19 Uhr Raum 16 (Windscheidstraße 51)

edition-outbird.de

* siehe unseren Beitrag „Städte im Umbruch: Bukarest und Leipzig“ (Juni 2021)