Grenz- und Lange Straße

Koenig (links) und Bauer in der Grenzstraße 21 (Foto: Norbert Lotz)

Koenig (links) und Bauer in der Grenzstraße 21 (Foto: Norbert Lotz)

In der Grenzstraße, die um 2000 zur Ludwig-Erhard-Straße ausgebaut und umbenannt wurde, befand sich der Leipziger Ableger der fränkischen Druckmaschinenfabrik Koenig & Bauer (www.kba.com). Das Unternehmen, dessen Gebäude sich bis hinüber zur Langen Straße reihen, hatte Bedeutung. Seine Begründer Friedrich Koenig (1774-1833) und Friedrich Andreas Bauer (1783-1860) waren die ersten Druckmaschinenfabrikanten der Welt und sind bis heute am Eingangsportal zu sehen – links Koenig, rechts Bauer*, auch wenn dort lang schon keine Maschinen mehr gebaut werden. Die Grenzstraße hieß übrigens so, weil sie die Flurgrenze zwischen der Stadt Leipzig und dem Dorf Reudnitz** bildete.

Vor ihr, wenn man vom Zentrum aus nach Osten unterwegs ist, liegt die Lange Straße, in deren Hausnummer 5 es einst einen kleinen Möbelladen gab, der am Giebel der Nummer 3 (so glauben wir uns zu erinnern) eine große Werbung angebracht hatte: Möbel-Hahn. Als wir das Geschäft in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre fotografierten, war es augenscheinlich nicht mehr in Betrieb (wobei man sich da täuschen kann). Mittlerweile sind die Häuser 3 und 5 Neubauten gewichen, von Möbel-Hahn ist nichts geblieben. Dafür steht schräg gegenüber schön und groß Frankenstein & Wagner an der Wand.

Als die Grenzstraße noch Grenzstraße hieß und schmaler war, besuchte man an ihrer Einmündung zur Dresdner Straße (zu DDR-Zeiten: Straße der Befreiung) das Café Petit***, dem wir vor geraumer Zeit einen eigenen Beitrag widmeten. Damals war nicht die Ludwig-Erhard-, sondern die Kohlgartenstraße die vom Straßenverkehr frequentierte Verbindung vom Listplatz in Richtung Reudnitz.

Tausend Dank wieder an Norbert!

* Quelle: Sabine Knopf: Buchstadt Leipzig, 2011, Ch. Links Verlag, Berlin
** siehe auch unseren Beitrag „Unbekanntes Reudnitz“ (September 2015)
*** siehe „Das Café Petit“ (Juni 2016)

Nachtrag: Julius informierte uns, dass das Druckstudio Frankenstein in der Langen Straße 14 (Frankenstein & Wagner) die Fahne des Graphischen Viertels hochhält und zu DDR-Zeiten dort der VEB Broschurendruck aktiv gewesen ist. Danke!

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