Als wir vor wenigen Tagen einmal um den Arnoldplatz herumspaziert sind, fragten wir uns spontan: „Ist das Leipzigs längster Platz?“. Wir denken ja. Er umfasst wahrscheinlich das gesamte alte Dorf Sommerfeld, ein immer noch gut erkennbares Straßenangerdorf, das laut Wikipedia im 12. Jahrhundert durch die Ansiedlung deutscher und niederländischer Bauern entstand.
Zunächst in klösterlichem Besitz gehörte es ab 1543 dem Rat der Stadt Leipzig, der hier ein Ratsgut betrieb, zu DDR-Zeiten hieß es Volksgut – der Straßenname Am Volksgut erinnert daran – und mittlerweile Gut Engelsdorf, denn Sommerfeld und Engelsdorf gehörten von 1923 bis 1999 zusammen, also bis zur Eingemeindung nach Leipzig.
Wir liefen vom Autohaus Arnold bis zum Autohaus Rebmann (Rückseite) und sahen unterwegs weitere Autohäuser und -werkstätten, auch eine Menge anderes Gewerbe sowie einen Hofladen, dessen Chefin Bettina Kremer zu Spieleabenden in den Gemeindesaal einlädt. Termine dafür in diesem Jahr sind der 3. Juli, der 4. September und der 6. November. Losgespielt wird jeweils um 19.30 Uhr, alle dürfen mitmachen, Vorkenntnisse sind nicht nötig.
Weiterhin bietet der Arnoldplatz die unübersehbare Sommerfelder Kirche, einen Spielplatz und den Leipziger Bundestagsabgeordneten Jens Lehmann, der im Haus Nummer 33 sein Wahlkreisbüro betreibt. In Richtung Autohaus Rebmann warten außerdem eine Kaffeetasse für Motorsportfreunde und kurz darauf eine Immobilie zum Wachküssen.
Das Autohaus Arnold am Arnoldplatz, Inhaber war Dieter Arnold (1939 – 2014), bot einem Schild am Gebäude zufolge seit 1961 Ford-Service an, erstaunlich, ausgerechnet ab dem Jahr des Mauerbaus. Zuvor ist der Kfz.-Meister Haupthändler gewesen, Ford-Haupthändler vermutlich.
Möglicherweise gehörte Christoph Arnold (1650 – 1695) zu seinen Vorfahren. Der Namensgeber des ausgedehnten Platzes wird vom Straßennamenverzeichnis der Stadt Leipzig „Bauer, Ortschronist und Astronom“ genannt. Er war Kometenentdecker, Planetenbeobachter sowie erster Kartograph von Sommerfeld, sein Hof ist der Arnoldplatz 18, dort errichtete er eine kleine Sternwarte. Auf www.kirche-engelsdorf.de findet Ihr seine ausführliche Biografie.
Zuguterletzt: Die nahe Sternenstraße heißt wegen Arnolds Sternwarte so, die Sabinenstraße nach der Mutter des bekanntesten Sommerfelders.

