Prager Straße 1992

Prager Straße 1992, Blick Richtung Riebeckstraße (Foto: Norbert Lotz)

Prager Straße 1992, Blick Richtung Riebeckstraße (Foto: Norbert Lotz)

Ein weiterer Archivfund von Norbert! Wir sind begeistert und die Prager Straße gleich mal im entsprechenden Abschnitt abgeradelt, d.h., wir waren etwas großzügiger und vom LKG-Gebäude bis über die Thonbergklinik hinaus unterwegs*.

„Die schmale Prager Straße soll 36 Meter breit werden“, notierte Norbert vor 25 Jahren, „mit einer separaten Straßenbahntrasse in der Mitte, links und rechts Bäume, daneben jeweils zwei Fahrbahnen. Damit die geplante Allee entstehen kann, wird die bestehende Bebauung auf der westlichen Straßenseite vollständig abgerissen. Saniert werden sollen nur die Häuser Nr. 39, 65, 91 und 95. Die alte Brauerei Thonberg** soll sich als technisches Denkmal in das neue Ensemble einfügen.

Die Zeitungen sprechen von einem ‚deftigen Kahlschlag‘ entlang der Prager Straße. Seit Dezember 1991 verrichtet die Abrisskugel ihr Werk zwischen Ostplatz und Semmelweisstraße. Was schon vor der Wende erörtert wurde, soll nun Realität und die sogenannte Messemagistrale mit einem Aufwand von rund einer Milliarde DM zu einem der schönsten Leipziger Boulevards umgestaltet werden. Dazu müssen bis auf ein paar einzelne Gebäude in privaten Händen die teils völlig heruntergekommenen Mietshäuser modernen Wohn- und Bürobauten weichen.

Für die Neubauten laufen bereits die Planungen, die sich durch ungeklärte Eigentumsfragen hinziehen. Die ausführende Bilfinger & Berger Projektentwicklungs-GmbH plant sechs- bis siebengeschossige Häuser mit 32.300 Quadratmetern Büro- und Ladenfläche. Mit Arkaden im Erdgeschoss, zahlreichen Geschäften und Gaststätten soll der circa 1,2 Kilometer lange neuzugestaltende Abschnitt der Messemagistrale ein würdiges Aussehen erhalten.“

Wie sieht es heute aus? Die Brauerei wurde abgerissen, die Messe verlegt. Breit und mit Bäumen versehen ist die Prager Straße nunmehr, zu den schönsten Leipziger Boulevards zählt sie allerdings nicht. Am stimmungsvollsten wirkt sie dort, wo alte Häuser stehenbleiben durften, zwischen Ostplatz und Volckmarstraße – auf der östlichen Straßenseite. Gegenüber gibt es tatsächlich Arkaden, allerdings in dem Sinne, in dem ein Einkaufspark Park genannt wird.

Details: Auf dem zweiten Bild der Galerie sieht man unserer Meinung nach die Sächsische Landesschule für Hörgeschädigte (Karl-Siegismund-Straße 2) im Hintergrund und auf dem letzten Foto ganz rechts eine Wand der einstigen Brauerei Offenhauer.

* dazu erscheint am 22.07.2017 ein zweiter Teil
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* siehe auch unsere Beiträge „Aktenzeichen L.E. ungelöst II und IIa“ vom März bzw. Mai 2015

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