Stern-Brot aus Eutritzsch I

Leipziger Brotfabrik Gebr. Joachim, Pätz & Co.

Leipziger Brotfabrik Gebr. Joachim, Pätz & Co.

Wir sind ja sonst eher für die Kleinen, im Fall der großen Leipziger Brotfabrik Gebrüder Joachim, Pätz & Co. machen wir aber gern eine Ausnahme. Das Werk I dieses Unternehmens stand im Hof der Schönefelder Straße / Ecke Delitzscher – hinter dem heutigen Café Krüger, man erkennt auf dem historischen Bild z.B. das kleine Gebäude des heutigen Bowling-Gipfels. Außerdem zu sehen sind die Mühlenwerke Connewitz (links unten) sowie die Thomasmühle (rechts unten).

Wie kommen wir auf die Brotfabrik? Andreas Kripp meldete sich und schickte eine Berichtigung zu unserem Beitrag „Leipziger Löwen“ (Februar 2014). In dem gingen wir u.a. auf die 2012 geschlossene Löwenbäckerei ein, welche in der Russenstraße (ehemals Knoll-Brot) und in der Zschortauer Straße (ehemals Stern-Brot) produziert hatte. In der Zschortauer befand sich einst Werk II der Leipziger Brotfabrik Gebrüder Joachim, Pätz & Co., deren Markenzeichen ein Stern war, welcher die Buchstaben J und P umschloss – für Joachim und Pätz.

„1946 wurde das seinerzeit Stern-Brot heißende Unternehmen verstaatlicht und hieß fortan VEB Leipziger Brotfabrik. Ab 1969 gehörte es zum VEB Backwarenkombinat Leipzig (und wurde) 1990 unter dem Name Löwenbäcker privatisiert“, informierte die Leipziger Volkszeitung am 10.02.2015 im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Abriss in der Russenstraße.

Wir ergänzten unseren genannten Löwen-Beitrag und freuten uns zudem über einen Stern-Brot-Lieferwagen im Buch „Messe, Markt und Minirock“ (Wartberg Verlag), das in der Bilderklärung die Leipziger Brotfabrik Gebr. Pätz & Co. erwähnt, dabei allerdings den Familiennamen Joachim unterschlägt. Ein Fehler, den wir arglos übernahmen, bis Andreas Kripp ihn bemerkte. Der Pfälzer gehört zu den Nachfahren der backenden Gebrüder Carl Friedrich (1848-1937) und Georg Max Joachim (1850-1922), auf die wir in Teil 2 näher eingehen werden.

Er schreibt: „Felix Max Joachim, der Vater von Tante Brigitte Hungerland, geborene Joachim, und meiner Mutter Dorothea Kripp, starb 1960. Sein Sohn Friedrich fiel 1945 in den letzten Kriegswochen. Er sollte ursprünglich einmal die Brotfabriken übernehmen. Die Gebrüder Joachim errichteten Werk I um 1900 und sind schon wieder eine Generation weiter zurück, also Vater und Onkel von Felix Max. Die immer gleichen Namen verwirren bisweilen auch meine Mutter und Tantchen.

Beide Schwestern hatten mit der Brotfabrik direkt nichts zu tun. Sie ließen sich bereits vor der deutschen Teilung im Westen nieder. Aus Erzählungen habe ich mitgenommen, dass Tante erfreut war, als sie hörte, dass die Löwenbäckerei die alte Tradition quasi weiterführen wollte. Sie nahm Kontakt auf und hat wohl auch die Ahnentafel und andere alte Dokumente und Fotos an die Löwenbäckerei geschickt. Sie wurde auch nach Leipzig eingeladen. Schade, das hatte mich damals nicht interessiert.“

Aber jetzt! Andreas Kripp betreibt nämlich die Facebook-Seite Leipziger Brotfabrik Gebr. Joachim, Pätz & Co. mit ihren vielen historischen Bildern und listet als einstige Adressen der Firma auf: Schönefelder Straße 4, 6, 8, 12, 14 und Delitzscher Straße 90, 92 (Werk I) sowie Zschortauer Straße 50, 56 (Werk II).

Aus einem der alten Dokumente, der Fachzeitschrift „Mehl und Brot“ (Ausgabe vom 6. August 1937), erfahren wir Grundlegendes: „Außer der Großbäckerei Gebr. Joachim waren in Leipzig in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch zwei weitere Großbäckereibetriebe und zwar die Firmen Pätz & Co. und Leipziger Brotfabrik Voigtländer & Kittler. Erwägungen der Inhaber dieser drei fortschrittlichen Betriebe, ob sich angesichts der damals bestehenden Verhältnisse und der fortschreitenden Technik der Zusammenschluß empfehle, führten 1896 zur Zusammenlegung der drei Betriebe und im darauffolgenden Jahre zum Bau einer gemeinsamen neuzeitig ausgestalteten Brotfabrik.“ Die stand in der Schönefelder Straße und vereinte in ihrem Namen alle Beteiligten: Leipziger Brotfabrik Gebrüder Joachim, Pätz & Co..

Herzlichen Dank an Brigitte Hungerland und Andreas Kripp für das Bereitstellen der Informationen und des historischen Bildmaterials!

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