Ab in die Gartenkneipen X

Schreberverein zum Hasen

Schreberverein zum Hasen

Judith empfahl uns über Facebook einen Besuch der Gartenkneipe „Zum See-Hasen“. Aufgrund ihres ungewöhnlichen Namens – die Eltern hatten mal davon erzählt – stand die sowieso schon auf unserer Liste. Darum ging es bei günstiger Gelegenheit unlängst die Dieskaustraße hinunter bis kurz vor den Bahnhof Knauthain (der immer noch wie in unserem Beitrag „Verlassene Bahnhöfe V“ vom Mai 2012 aussieht). Eine Straße vorher steht ein Hinweisschild am Rand: Zum See-Hasen.

Über Straßenbahn- und S-Bahn-Schienen wechselten wir auf die andere Seite, gelangten in den Knautkleeberger Schreberverein zum Hasen mit auffallend großen Gärten und schließlich auf den Freisitz des zugehörigen Lokals. Wir hatten Glück und waren die Letzten, die noch Platz nehmen und Essen bestellen durften – alle anderen Plätze waren belegt, zum größten Teil von einer vorgezogenen Schulanfangsfeier (mit Zuckertütenbaum, Clown und Buffet). Die freundliche Bedienung brachte die Karte und recht schnell zwei rote Limos (0,4 Liter für 2,60 Euro).

Das preiswerteste Gericht wäre Sülze mit Bratkartoffeln für 5,60 Euro gewesen. Wir entschieden uns für das Tagesangebot Gulasch mit Rotkraut und Klößen (8,90 Euro) und für das Schweineschnitzel „Lukullus“ mit Zigeunersauce und Würzfleisch plus Pommes frites (9,20 Euro). Beides reichlich und wunderbar, wir hatten extra nicht gefrühstückt. Dann stellten wir die naheliegende Frage: Wieso See-Hase?

Ganz einfach: Der Begründer des Lokals sei Kapitän gewesen und Angler und ein großer Freund des Fisches Seehase. Informationen über diesen sowie ein getrocknetes Exemplar sind in den Gasträumen zu sehen, außerdem jede Menge maritime Dekoration. „Die schmückte früher den alten Südstern in der Karl-Liebknecht-Straße“, erzählte eine weitere, ebenso freundliche Bedienung. Aha, aha! Danke, Judith, für den Tipp!

Draußen flogen derweil Schulanfänger-Seifenblasen, machte der Clown sympathisch Quatsch und blühten die Blumen in Vielfalt und Pracht. Uns führten Dieskau- und Zschochersche Straße geradeaus zurück ins Städtische und zwar ins neue Promi-Café Cheryl’s an der Kreuzung von Zschocherscher und Lützner Straße (Lindenau; immerhin mit Blumentöpfen!). Ein Sonntag, vielleicht war Schauspielerin und Namensgeberin Cheryl Shepard ja vor Ort? Leider nein. Dafür viele weitere Neugierige wie wir …

Ein anderes Vornamen-Lokal gefiel uns da besser: Das Eiscafé Sabine in der Leinestraße. Namensgeberin Sabine ist hier wahrscheinlich tagtäglich anzutreffen und serviert unter anderem handwerklich hergestelltes Eis in Haus und Garten. Unter einem riesigen Baum erfreuten wir uns an Brombeereis und Schwedeneisbecher. Letzteren wollte die Chefin kurz nach der Wende von der Karte nehmen – es hagelte Proteste seitens der Kundschaft. Und so gibt es ihn noch heute.

Nachtrag 1: Auf Cheryl Shepards Facebook-Seite lasen wir erst später einen Eintrag vom 13.08.2015: „Meine lieben Gäste! 14 Tage lang 14-Stunden-Tage und das bei dieser Hitze! Ich muss dieses Wochenende eine kleine Auszeit nehmen, sonst schaffe ich das nicht mehr lange … Meine liebe Familie entführt mich an die Ostsee.“ Darum war sie also nicht da. Verständlich.

Nachtrag 2: Ende März 2016 hat Cheryl Shepard ihren Laden schon wieder geschlossen bzw. verlassen. Die Schauspielerin übernimmt eine Fernsehserienrolle weit weg von Leipzig. +++ Am 12. April 2016 kauften wir uns eine Bild, da etwas über Leipziger Blogger drin stand (genauer: über Leipziger Bloggerinnen). Und was fanden wir noch? Die Meldung, dass es in Cheryl’s Café unter dem Namen Her Café weitergeht – ohne Prominenz.

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