„Prüfe Dein Gewicht“

Alte Waage im dunklen Keller der Academixer

Alte Waage im dunklen Keller der Academixer

„Ruhig stehen! Nicht festhalten!“ Waagen wie die von uns gezeigten gab es früher auch auf dem Leipziger Hauptbahnhof. Für zehn Pfennig bekam man sein Gewicht schriftlich – auf einer kleinen Karte aus Pappe. In Thüringen haben wir im März zwei dieser meisterhaften Technikungetüme in Augenschein nehmen können, in Schwarzburg und Bad Blankenburg, jeweils im Vorraum eines Hotels. Das Schwarzburger Exemplar gehörte sogar einem Leipziger: „Eigentümer Ing. Julius Hille 701 Leipzig“.

701 bzw. später 7010 war bis zur PLZ-Reform anfangs der Neunziger die Postleitzahl des Zentrums unserer Stadt. Julius schaute für uns ins amtliche Telefonbuch von 1973 und fand unter Waagen Folgendes: Hille, Julius – Personenwaagen Lzg 1, Zöllnerstr. 6 (heute Emil-Fuchs-Straße), eine schicke Adresse. Im Internet tummelt sich außerdem eine 50-Jahre-Jubiläums-Werbemarke von 1949, demzufolge wurde das Unternehmen 1899 gegründet – wahrscheinlich von Julius Hille. Der Telefonbucheintrag von 1973 muss dann dessen Sohn oder Enkel gegolten haben. Vielleicht hießen die auch Julius Hille? Solche Familientraditionen soll es geben.

Anfang April brachten wir die alten Waagen auf unsere Facebook-Seite und freuten uns über Eure Reaktionen und Informationen! Peggy schrieb: „Tatsächlich steht auch eine im Keller der Academixer. Diese funktioniert und man steckt 20 Cent ein. Das Gewicht bekommt man auf besagten Pappkärtchen. Großer Spaß!“ Tobias wusste: „Im Spizz steht auch eine.“ Er schickte uns gleich noch (s)eine Wiegekarte mit. Super!

Jens meinte: „Bin zwar noch nicht sooooo alt, aber als Kind war diese Waage einfach ein Muss, bei jedem Besuch auf dem Hbf. oder wo auch immer diese Dinger standen. Keine Ahnung, was mich daran eigentlich so begeisterte, aber wohl auch sehr, dass da am Ende diese Karte heraus kam. Die hatte was Magisches. Die musste wichtig sein, so stabil wie sie daher kam. Akkurat geschnitten, immer sauber bedruckt. Das waren quasi unsere Wackelautomaten vor dem Supermarkt von gestern.“ Sehr schön!

Und auch Norbert erinnerte sich: „Klasse Sache. Als Kind war ich immer begeistert von den meist grünen Ungetümen. Das Innenleben im oberen Bereich mit Kartenmagazin war sichtbar hochinteressant. Vielleicht macht ihr mal einen Artikel, mir fallen spontan zwei, drei Waagen ein, von denen ich Bilder habe, Bahnhof Oberwiesenthal und Bahnhof Moritzburg …“

Gesagt, getan! Als wir es wieder durften, frühstückten wir im Spizz und gingen noch vor dem ersten Schluck Kaffee zur Waage – wie Tobias! Außerdem schickte Norbert seine Bilder der in Oberwiesenthal und Moritzburg stehenden Teile, die übrigens nicht von Julius Hille stammten sondern laut Blechschild aus den Seitz-Werken in Kreuznach.

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