Tabak und (edle) Tropfen

Napoleonstein an der Tabaksmühle

Napoleonstein an der Tabaksmühle

Unter den Arkaden des Alten Rathauses befindet sich ein kleiner Spirituosenladen, welcher „Edler Tropfen“ heißt und an der Stirnseite seines altertümlichen Verkaufsraumes ein Bild der Quandtschen Tabaksmühle zeigt. Diese Mühle diente dem französischen Kaiser Napoleon I. während der Völkerschlacht bei Leipzig als Befehlsstand. Der „Edle Tropfen“ wiederum war einst der „Verkaufsladen der Quandt’schen Tabaksmühle“ direkt am Markt.

„Hier weilte Napoleon am 18. October 1813. Die Kaempfe der Voelkerschlacht beobachtend.“, steht am Napoleonstein in der Straße An der Tabaksmühle, die Mühle selbst wurde in der Völkerschlacht zerstört und nicht wieder aufgebaut. Familie Quandt besaß außerdem einen Hof* (Stadthaus) in der Nikolaistraße (24, heute Oelßners Hof). Dort gab es sogar ein Komödienhaus, in dem am 6. Oktober 1749 zum ersten Mal gespielt wurde (siehe „Leipzig – Dokumente zur Kulturgeschichte“, erschienen 1990).

Zurück zur Schlacht; die Leipziger Zeitung vom 21. Oktober 1813 (zitiert ebenfalls nach „Leipzig – Dokumente zur Kulturgeschichte“) berichtete folgendermaßen: „Am 14ten Oktbr kam der Kaiser Napoleon bei uns an und schlug sein Hauptquartier in Reudnitz, eine Viertelstunde von der Stadt, auf … Am 15ten Oktbr. hörten wir nur einzelne Gefechte … Am 16. Okt. morgens um 8 Uhr entbrannte im ganzen Umkreis um unsre Stadt eine der größten und schrecklichsten Schlachten, welche die Geschichte kennt … mehrere Dörfer standen in Flammen“.

Darunter Möckern im Nordwesten. Dort, vor der Auferstehungskirche in der Georg-Schumann-Straße 184, lesen wir an einem der vielen Denkmale zur Erinnerung an die Völkerschlacht: „16. Otobr. 1813 / Sieg des Schlesischen Heeres Blücher-York“.  Über die diesbezüglichen Straßennamen in unmittelbarer Nähe äußerten wir uns bereits in unserem Beitrag „Durch Möckern“ (April 2013).

Ein Wort noch zum „Edlen Tropfen“: In dem gibt es unter anderem den verrückt benannten, nostalgisch aussehenden und gut schmeckenden Stichpimpuli bockforcelorum, laut www.stichpimpuli.de „ein ursprünglich ostdeutsches Produkt“. Der ungewöhnliche Name verrate „Teile der Rezeptur, wie Auszüge der geheimnisvollen Pimpinellawurzel und weiterer ausgesuchter Kräuter und Früchte“.

* Quandts Hof, 1750-1896 Name des ehemaligen Gebäude-Komplexes Nikolaistraße 24 / Ritterstraße 25 (www.leipzig-lexikon.de)

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