Ansehen Leute

Der Gose-Wanderweg I

Der Gose-Wanderweg 1
Gose-Wegweiser
Gose-Wegweiser

Die 7. erweiterte Auflage des Heftes „Der Gose-Wanderweg“ ist erschienen und schickt uns auf Wanderschaft nach Halle (wo es ebenso wie in Leipzig eine Gosenschenke bzw. -schänke gibt), auf den Bienitz und zum Cospudener See. „Von den Streckenlängen her sind die Touren eher für Radfahrer bestimmt“, schreiben Tilo Jänichen und seine Mitstreiter von der Ritterguts Gose GmbH, „was nicht ausschließt, den Weg auch zu Fuß zu gehen.“ Für Unkundige: Gose ist das einstige Leipziger „Nationalgetränk“, ein obergäriges Spezialbier.

Seit ihrer Neubelebung in den 1980ern Jahren kann man die Gose wieder beim Kellner bestellen, im Laden kaufen und vor allem trinken. Zunächst nur in der Menckestraße 5, in der Gosenschenke „Ohne Bedenken“, mittlerweile hier und dort und auch zu Hause. Es gibt zwei Hersteller, den Bayrischen Bahnhof bzw. dessen Betreiber sowie die Ritterguts Gose GmbH, die die Tradition des bei Merseburg liegenden Gosendorfes Döllnitz (von dort stammt u.a. die Döllnitzer Ritterguts Gose) weiterführt und auch das Wanderheft herausgibt, aus dem wir Folgendes zitieren:

„Die napoleonischen Kriege und der Zollanschluss Sachsens an Preußen im Jahre 1820, dem das Herzogtum Anhalt nicht beigetreten war, führten dazu, dass sich die Gose aus Anhalt sehr verteuerte und deshalb kaum noch nach Sachsen vertrieben werden konnte – in Leipzig wurde die Gose knapp! Zum Glück kam um diese Zeit der Braumeister Johann Philipp Ledermann nach Döllnitz und brachte das Rezept der Gosenbereitung aus Goslar mit – schon kurz darauf begann man hier Gose zu brauen. In der Folgezeit gab es sogar drei Gosebrauereien im Dorf. Heute erinnern eine Ledermann- und eine Gosestraße an diese alte Döllnitzer Tradition.“

Döllnitz ist übrigens per Boot auf der Weißen Elster erreichbar! Wasserwanderer können an der Gose-Gaststätte „Bad“ anlegen, einkehren und bei Bedarf sogar übernachten.

Zu Fuß oder doch besser mit dem Rad bewegt man sich auf der insgesamt 32 Kilometer langen Bienitzrunde. Zwischen den Stationen „Waldluft“ in der Leutzscher Aue und „Grüne Aue“ am Rande von Böhlitz-Ehrenberg kreuzt der Weg nahe des Auensees die Gustav-Esche-Straße und verläuft ansonsten komplett im Auewald.

Von der „Grünen Aue“ geht es dann über den Böhlitz-Ehrenberger Ortsteil Gundorf nach Burghausen zum Kurhaus Bienitz (siehe auch unseren Beitrag „Rund um den Bienitz“ vom Mai). Auf der Strecke lohnt ein kleiner Abstecher zur Gundorfer Kirche, die Ihr auf Höhe der Straßenbahnendstelle der 7 hinter der Gundorfer Schule findet, während in Burghausen als Kuriosum noch die Bezeichnung „Kulturhaus“ an der Rückwand der jetzigen Gaststätte „Kreta“ zu sehen ist.

Empfehlen wollen wir neben dem oben erwähnten Wanderheft die Broschüre „Gose-Häppchen“ von 1999 – hoffentlich erhältlich, weil dort herausgegeben, in der Gosenschenke „Ohne Bedenken“ in der Menckestraße 5. Wir erfahren da u.a. von den Gose-Wirten Carl Cajeri, Lothar Goldhahn und Hartmut Hennebach sowie vom bereits genannten Döllnitzer Braumeister Johann Philipp Ledermann.

Übrigens: Die Ritterguts-Gose wird nach Italien und Japan exportiert und demnächst auch in die USA.

www.leipziger-gose.com