Im Leipziger Osten IV

Der hübsche Marienplatz

Der hübsche Marienplatz

Hinterm Georgiring beginnt der Leipziger Osten. Der Straßenname Czermaks Garten erinnert uns an die blühende Vergangenheit; im 18. und 19. Jahrhundert war die heutige Innenstadt von privaten Parkanlagen umgeben. Das Buch „Bürger, Gärten Promenaden“ aus dem Passage Verlag weiß alles darüber und zählt hier in der Gegend den Breiterschen Wintergarten auf (darum also Wintergarten-Hochhaus), den Trianongarten des Schützenhauses, die Milchinsel* und den Wincklerschen Garten.

Die Milchinsel existiert immer noch als Adresse. Und Czermaks Garten? War dem Leipzig-Lexikon zufolge ein Nutzgarten, nicht parkähnlich. Die Straße gleichen Namens besuchten wir im Frühjahr 2015 schon einmal und fragten danach auf unserer Facebook-Seite: „Wer kann dieses doppelt gestrichene Firmenschild lesen?“ Katrin konnte es und entzifferte Alfred Fietsch, der laut Adressbuch von 1949 in Czermaks Garten 2-4 einen Haushalt- und Spielwaren-Großvertrieb unterhielt. „Das andere ist die Lieschen Holzheier KG, die haben Regenkleidung hergestellt“, klärte Katrin auch die zweite Sache. Das Gebäude hat sich seitdem nicht sichtbar verändert.

Dafür sieht die Villa an der Ecke von Marienplatz und Chopinstraße (ehemals Marienstraße) inzwischen deutlich anders aus als vor wenigen Jahren. Damals verfügte sie über neapolitanischen Charme … In der Büttnerstraße (ehemals Karlstraße) ändert sich auch gerade einiges. Auf den Grundstücken 14 und 18 entstehen wohl bald Stadtwohnungen (Nr. 18) und ein Musikerhaus (Nr. 14, buergerstadt.de), so verkünden es Werbetafeln, während sich hinten an der Mauer ein betagtes Gebäude vom Unkraut zuwuchern lässt. Gegenüber wird bereits gebaut – rund um einen Rest Geutebrücksche Altsubstanz**.

Die Marienvorstadt bietet unmittelbar neben der Innenstadt unerwartete Ruhe, Villen aus dem 19. Jahrhundert und Häuser von heute. Siehe allgemein dazu auch unsere drei Leipzig-Ost-Folgen vom Oktober 2012, zur Milchinsel (*) unseren Beitrag „Postkarten vom Denkmal II“ (August 2014) und zur Altsubstanz (**) Andreas‘ Erklärung zu Bild 7 in „Eckenraten, Teil 6“ (Dezember 2018).

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