Training in der Wärmehalle

Michael Bittner (Foto: Amac Garbe)

Michael Bittner (Foto: Amac Garbe)

„Wir trainieren für den Kapitalismus“ ist einfach ein solch toller Buchtitel, das wir uns nicht zurückhalten konnten und dem dafür Verantwortlichen ein paar Fragen stellen mussten. Der Verantwortliche hört auf den Namen Michael Bittner und wird am 24. Oktober 2013, unterstützt von seinem Kollegen Roman Israel, in der Wärmehalle Süd (Eichendorffstraße 7) zu erleben sein.

Wie und wo kann man für den Kapitalismus trainieren?

Michael Bittner: Immer und überall! Es kommt nur darauf an, den richtigen Blick auf die Welt zu erlernen. Man betrachte einfach alles auf der Welt als Ressource, als verwertbares oder unnützes Material. Wer das fleißig übt, kann bald auch die Beziehungen zu seinen Mitmenschen nach einer Kosten-Nutzen-Kalkulation evaluieren. Und sich von unprofitablen Zeitgenossen trennen.

Werdet Ihr, Du und Roman Israel, am 24. Oktober die Wärmehalle in eine Trainingshalle umfunktionieren?

Michael Bittner: Nicht im strengen Sinne. Wir werden einfach ein paar Geschichten lesen. Aber die Gäste können selbst etwas für den Kapitalismus tun, indem sie Eintritt zahlen und möglichst viele Bücher kaufen. Wer das nicht macht, beweist, dass er in der freien Marktwirtschaft seinen Platz noch nicht gefunden hat.

Nach dem Training folgt der Wettkampf bzw. Wettbewerb, richtig? Das Leben und Zumindest-nicht-Verlieren im Kapitalismus, oder?

Michael Bittner: Der Kapitalismus ist die menschliche Variante vom natürlichen Kampf ums Dasein, keine Frage. Das macht ihn ja so sympathisch. Leistungsverweigerer bleiben da schon mal auf der Strecke, wie der dicke Junge damals im Sportunterricht beim 1.000-Meter-Lauf. Mitleid ist unangebracht. An den Naturgesetzen des Kapitalismus rütteln – das wäre ja die Revolution!

www.michaelbittner.info, www.romanisrael.de, www.waermehalle-sued.de

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