Urvater des Neuseenlands

Es gibt Boote, aber kein Wasser

Es gibt Boote, aber kein Wasser

„Ein Stausee ohne Wasser“, heißt ein Beitrag auf unserer Seite, den wir im April 2012 veröffentlicht haben. Fünf Jahre später besiegelte der Stadtrat das endgültige Aus für das ehemalige Gewässer, für den Urvater des Leipziger Neuseenlands. Ein Förderverein hatte sich vergeblich für den Erhalt eingesetzt, der Elsterstausee ist mittlerweile zu Wald und Steppe geworden. Wer ihn nicht kennt, erkennt ihn nicht, andere laufen den frühereren Uferweg entlang im Wissen um die Wellen, die hier einstmals Segelboote und Kutter trugen.

Steganlagen stehen beim „Radler/Hecht“ luftig auf der Wiese, der wild-flotte Imbiss hat derzeit maximal am Wochenende geöffnet. Am nahen Parkautomaten werden noch vergangene Tatsachen erwähnt – „Bei Störung bitte am Bootsverleih melden“ -, auf einem Wegweiser das zum Luftbad mutierte Strandbad genannt. Der Clara-Zetkin-Park ist gerade einmal 7,2 Fahrradkilometer entfernt, der Cospudener See befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Man sieht den Bistumshöhenturm vom Elsterstausee aus und auch den Freizeitpark Belantis.

Besonnene Autofahrer erreichen ihr Ziel zum Beispiel über die nach dem Spaziergänger Seume benannte und die Ritter-Pflugk-Straße. Wo letztere zu Ende ist, beginnt der Schlosspark Knauthain. Es folgt eine Brücke über die nicht mehr mit dem See verbundene Weiße Elster und dann rechter Hand durchs Flutbecken hindurch eine Straße, die zu Parkplatz und Parkautomat führt. Schafe weiden am Wegesrand – man denkt, man ist sonstwieweit draußen auf dem Land.

Als wir vor wenigen Tagen dort waren, wurde die Brücke saniert. Mit dem Auto kamen wir nicht drüber, also stellten wir es bei Bürgermeister Müllers Haus an die Seite und spazierten durch Park und Heide. Pferde waren zu sehen, Menschen so gut wie nicht – mal eine Frau mit Kinderwagen, mal zwei Schäfer und mal ein radfahrendes Ehepaar mit Hund, ansonsten nur wir.

www.buergermeister-mueller-haus.de

Kurzgeschichte: Der Elsterstausee war in den 1930er Jahren angelegt und in den 1970ern für den Abbau der Braunkohle verkleinert worden. 2008 fand eine „Rettung“ statt, nachdem der See zuvor stark an Wasser verloren hatte (unter anderem an den tiefergelegenen Cospudener See). Man pumpte Wasser nach – allerdings nicht ewig, so dass der Stausee austrocknete. Siehe zu dieser Thematik auch unseren eingangs erwähnten Beitrag und die empfehlenswerte Seite elsterstausee.de.

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