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E.T.A. Hoffmann, Leipzig und die DEFA 

E.T.A. Hoffmann, Leipzig und die DEFA 

(J.R.) Fantastisch wird es beim Betreten der Welt des E.T.A. Hoffmann. Dass Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (1776 – 1822) seinen ursprünglichen Vornamen Wilhelm in Amadeus änderte, weist auf seine Hinwendung zur Musik und seine Bewunderung für Mozart hin. Der Universalkünstler und Vater der Romantik Hoffmann war eine Zeitlang auch in Leipzig tätig. Er versuchte sich als Kapellmeister am hiesigen Komödienhaus (1943 zerstört). Der Coffe Baum ist das einzige noch erhaltene Lieblingslokal Hoffmanns in unserer Stadt.

Weitere Bezüge zu Leipzig: Hier beendete er seine romantische Zauberoper über die Wasserfrau „Undine“ und begann die Arbeit am Roman „Die Elixiere des Teufels“, von dem er hoffte, dass er für ihn zum Lebenselixier werden würde. Beide Werke brachten E.T.A. Hoffmann zwar Ruhm, aber keine Lebensgrundlage. Er musste sich auf seinen ursprünglichen Beruf als Jurist besinnen und reiste im September 1814 aus Leipzig ab, um in Berlin in den preußischen Staatsdienst zurückzukehren. Als Kammergerichtsrat hatte er dort endlich ein solides Einkommen.

Das umfangreiche literarische Schaffen E.T.A. Hoffmanns inspirierte die DEFA zu zwei herausragenden Verfilmungen. Die erste Adaption der Filmstudios in Babelsberg, „Das Fräulein von Scuderi“, eroberte 1955 die Lichtspielhäuser in der DDR und der Bundesrepublik. Fast zwei Jahrzehnte vergingen, ehe die DEFA im Jahr 1973 mit den „Elixieren des Teufels“ erneut einen klassischen Stoff E.T.A. Hoffmanns für die Leinwände aufgriff.

Trotz des großen zeitlichen Abstands weisen beide Werke bemerkenswerte Parallelen auf, die über die bloße Bezugnahme auf den bekannten Autor hinausgehen. So handelte es sich in beiden Fällen um internationale Koproduktionen: „Das Fräulein von Scuderi“ entstand in Zusammenarbeit mit der schwedischen A.B. Pandora-Film, während „Die Elixiere des Teufels“ gemeinsam mit den Prager Barrandov-Studios realisiert wurden. Zudem zeichneten sich beide Filme durch eine international besetzte Schauspielerriege aus.

Die spannungsgeladenen Erzählungen Hoffmanns fanden seitens der DDR-Kulturpolitik vergleichsweise wenig Beachtung, was sie zugleich besonders geeignet für internationale Kooperationen und ein grenzüberschreitendes Publikum machte. Auffällig ist außerdem, dass beide Filme unabhängig von Dichterjubiläen oder staatlich inszenierten Gedenkfeiern entstanden, die zwischen 1949 und 1989 oftmals als Anlass für Literaturverfilmungen dienten.

Dafür gab bzw. gibt es in diesem Jahr zwei Hoffmann-Jubiläen, die wir erwähnen möchten, den 250. Geburtstag des Dichters und das erstmalige Erscheinen des bis heute populären Märchens von „Nussknacker und Mausekönig“ vor 210 Jahren.

Die 215 Jahre alte Restauration Lutter & Wegner übrigens war das Berliner Stammlokal von E.T.A. Hoffmann und der Dichter so prominent, dass er auf dem Sektetikett der Marke Lutter & Wegner landete. Das Unternehmen betreibt seit fünf Jahren auch an der Leipziger Thomaskirche eine Filiale.

Herzlichen Dank für diesen Beitrag an Filmfreund Jens!

Den Kater Murr haben wir im eigenen Bücherregal stehen und vor wenigen Jahren zu lesen versucht. Wir mussten abbrechen. Unser Exemplar ist 1985 im Aufbau-Verlag Berlin und Weimar erschienen, die Einbandgestaltung lag unverkennbar in den Händen von Hans Ticha, der Satz erfolgte bei Offizin Andersen Nexö in Leipzig.