Am 26. September 2026, ab 14 Uhr, wird im Motodrom am Cottaweg der Pokal der Messestadt Leipzig ausgefahren – und zwar im Speedway, ohne Bremsen, ohne Gänge, nur mit Gas und Kupplung, dafür laufen die Maschinen mit Methanol. Wir trafen im Vorfeld der traditionsreichen Veranstaltung Sandra und Andreas Lumpitzsch, deren Sohn Tim Lumpitzsch gemeinsam mit Magnus Rau für den MC Post Leipzig an den Start gehen wird. Gegen die Konkurrenz aus Dänemark, Finnland, Polen und Tschechien dürften es die beiden Lokalmatadore alles andere als leicht haben.
In Polen und Dänemark nämlich, so erzählt Andreas Lumpitzsch, habe Speedway einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland, da sei dieser Motorsport so populär wie bei uns der Fußball. Dementsprechend gebe es viel mehr Nachwuchs und eben auch aktive Fahrer. Am Leipziger Cottaweg könne man mit sechs Jahren in den Rennsport einsteigen, zunächst auf einem Zweirad mit 50 Kubikzentimetern Hubraum. Interessant werde es dann mit der 125er, meint Andreas, für die müsse man zwölf sein, das Alter, in dem auch er angefangen habe.
Die Männer schließlich sitzen auf 500er Motorrädern mit Einzylinder-Viertakt-Motoren, welche 70 bis 75 PS auf die Bahn bringen und 78 Kilogramm leicht sind. In die Kurven hinein fahre man auf diesen mit 110 bis 120 km/h und im Renndurchschnitt knapp 80 km/h. „Immer linksrum“, ergänzt Sandra, die stark an der Organisation der Rennen beteiligt ist, einer „Mammutaufgabe“ mit leider immer „weniger werdenden helfenden Händen“.
Bis in die 2000er Jahre startete der MC Post in der Superliga, der höchsten Klasse im Speedway, und zu DDR-Zeiten gab es am Cottaweg neben mindestens zehn Rennen im Jahr auch regelmäßig Länderkämpfe mit Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn, außerdem tausende Zuschauer. Heute kommen um die 400 zu der zwischen hohen Bäumen versteckten idyllisch-nostalgischen Rennstrecke mit 395 Metern Bahnlänge, ursprünglich sind es 400 Meter gewesen. Im Vorjahr wurde das 50jährige Bestehen des Motodroms gefeiert, am 11. Mai 1975 hatte hier der erste Wettkampf stattgefunden.
Zuvor war der 1962 gegründete MC Post in Panitzsch und im Küchenholz aktiv gewesen und das Motodrom unter dem Namen Hasenkuhle ein inoffizielles Cross-Gelände. 1979 gab es am Cottaweg dann den ersten Messepokal – mit internationalem Teilnehmerfeld, im gleichen Jahr bekam das Motodrom die alte Flutlichtanlage des Zentralstadions und außerdem ein Bettenhaus! In dem übernachten nach wie vor Fahrer und haben aus den Fenstern einen tollen Blick auf die für unsere Stadt einzigartige Sportstätte.
Herzlichen Dank an Sandra und Andreas Lumpitzsch für das historische Bildmaterial! Wenn wir sie in Erfahrung bringen, ergänzen wir auch gern die Namen der zugehörigen Fotografen.
siehe auch unsere Beiträge „Schnauzbart Entertainment“ (März 2017), „Speedway am Cottaweg“ (Oktober 2021) und „Rennfahrer in Schönefeld und Zschocher“ (April 2026)

