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Ausflugsziel an der Endstelle

Ausflugsziel an der Endstelle

Gundorf ist der äußerste Zipfel von Böhlitz-Ehrenberg, bis hier fährt die Straßenbahnlinie 7. Von der Endstelle aus gelangt man in wenigen Minuten zur Pfarrscheune, die sporadisch zu Kaffee und Kuchen, Konzerten und Filmabenden lädt. Man läuft am Gelände der Autowerkstatt hw mobile vorbei in Richtung Lützschena und biegt unmittelbar danach in den Gundorfer Kirchweg ein, dort fällt der Blick zuerst auf den Marienhof, ein unlängst saniertes angenehmes Gebäude, dass der damalige Rittergutsbesitzer Dr. Alfred Ackermann 1911 als Wohnhaus für seine Landarbeiter errichten und in Gutsbesitzermanier nach seiner Frau benennen ließ.

Danach folgt schon der große Garten, in welchem sich die Pfarrscheune befindet, dahinter die uralte Gundorfer Kirche und hinter der wiederum das Schloss Gundorf nebst Teich, Park und weitläufigen Anlagen für Pferde und Reiter. Diesen Anlagen schließt sich der Auewald an, Domholzschänke sowie Schloss und Park Lützschena sind von hier aus schnell zu erreichen. Doch wir wollten ja in die Pfarrscheune, wo selbstgebackener Kuchen zu freundlichen Preisen auf uns wartet. Man kann drinnen oder draußen sitzen und sich fühlen, als machte man vor hundert Jahren eine Landpartie – zeitlos schön ist es an dieser Stelle!

Die Scheune hat 300 Jahre auf dem Buckel, die Kirche gut 900, sie ist laut Informationstafel* des Böhlitz-Ehrenberger Fördervereins für Ortsgeschichte „vermutlich Ende des 12. Jahrhunderts entstanden“. An ihrer Außenwand begegnen wir erneut Alfred Ackermann, der hier seiner Eltern Albin und Anna Ackermann (geb. Teubner) mit einem Epitaph dankend gedachte. Albin und Alfred Ackermann führten nacheinander das seinerzeit bedeutende Leipziger Verlagshaus B.G. Teubner.

Vor Kirche und Scheune – wenn man von der Straßenbahn kommt – steht die im Umbau befindliche Gundorfer Schule, die mit ihren über 400 Jahren (nicht als Gebäude, sondern als Institution) zu den ältesten auf heutigem Leipziger Stadtgebiet zählt. Ihr Maskottchen ist der Ritter Gundo, der sagenhafte Gründer des Dorfes am Auewald. Es gibt einen Gundoweg in der Nähe und dazu folgende Erläuterung der Stadt: „Gundo: Mönch und Ortsgründer Gundorfs (Gunthorp). Er soll von 974 an in Gundorf gesiedelt haben.“

Zurück zur Pfarrscheune: Im Mai verpassten wir dort den Ausschank des 1. Gundorfer Scheunenbiers**, im August einen ausverkauften französischen Filmabend. Aber den Tag des offenen Denkmals und das Konzert der Leutzscher Liedermacherin Maria Schüritz*** verpassen wir nicht! Beides findet am 13. September ab 14 bzw. 17 Uhr statt, das nächste Pfarrscheunen-Café lädt am 27. September ab 14 Uhr zu Kaffee und Kuchen.

Pfarrscheune Gundorf

* siehe unseren Beitrag „Hausgeschichten aus Böhlitz-Ehrenberg“ (August 2023)
** siehe unseren Beitrag „Ein Elch am Auewald“ (Februar 2023)
*** siehe unseren Beitrag „Das Kopfkino der Maria Sch.“ (Mai 2017)